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18. Oktober 2026KIUnternehmen

KI-Einführung im Unternehmen: Warum 70 Prozent des Erfolgs bei den Menschen liegenAI adoption in companies: why 70 percent of success depends on people

KI-Einführung scheitert selten an der Technik. Drei Lücken bremsen fast jedes Vorhaben: Nichtwissen, Nichtkönnen, Nichthaben. Mit Zahlen von BCG, McKinsey und Prosci, einem Selbstcheck und den Fragen, die du vor dem Start klären solltest.AI adoption rarely fails because of technology. Three gaps slow down almost every project: not knowing, not being able, not having. With figures from BCG, McKinsey and Prosci, a self-check and the questions to settle before you start.

KI im Unternehmen einzuführen heißt, die Zusammenarbeit von Menschen und Technologie neu zu gestalten. Die Werkzeuge sind oft schnell gekauft. Ob sie im Alltag wirken, entscheidet sich bei den Menschen, die mit ihnen arbeiten, und in den Abläufen, in die sie eingebaut werden. Die Boston Consulting Group fasst das in einer Faustregel zusammen: 10 Prozent des Aufwands gehören in Algorithmen, 20 Prozent in Technologie und Daten, 70 Prozent in Menschen und Prozesse.

Steffen Herr erklärt in einem hellen Besprechungsraum an einer Wand mit Haftnotizen die Struktur eines KI-Vorhabens, im Vordergrund unscharf zwei Teilnehmende mit Laptops
Erst klären, wo es hakt, dann über Werkzeuge reden. Bild KI-generiert auf Basis eines Porträts von Steffen Herr, als solches gekennzeichnet.

Dieser Beitrag zeigt, warum KI-Einführung und Organisationsentwicklung zusammengehören. Er beschreibt drei Lücken, an denen fast jedes Vorhaben hängt, ordnet sie mit aktuellen Studien ein und endet mit einem Selbstcheck für dein Unternehmen. Wenn dir die Grundbegriffe noch fehlen, lies vorher KI verstehen: LLM, generative KI und GPT.

Warum gehören Mensch und Technologie bei KI zusammen?

Technologie entsteht durch Menschen und wirkt auf Menschen zurück. Unsere Fähigkeiten fließen in KI-Systeme ein, unsere Fehler und Vorurteile ebenso. Amazon hat 2018 ein experimentelles Werkzeug zur Bewerberauswahl eingestellt. Es hatte aus zehn Jahren überwiegend männlicher Bewerbungen gelernt und benachteiligte Frauen. Kein Entwickler hatte das so gewollt. Das System hatte ein Muster aus der Vergangenheit übernommen.

Der Einfluss läuft auch in die andere Richtung. Sobald Menschen mit KI arbeiten, verändert sie ihr Urteil. Die Forschung nennt das Automation Bias: die Neigung, Vorschlägen eines Systems zu sehr zu vertrauen.

automation bias · 27 radiologen

Wenn die KI danebenlag, folgten ihr selbst Profis.

Richtig bewertete Mammografien in Prozent
KategorieKI-Vorschlag richtigKI-Vorschlag falsch
unerfahren79,7 %19,8 %
mittel erfahren81,3 %24,8 %
sehr erfahren82,3 %45,5 %
  • KI-Vorschlag richtig
  • KI-Vorschlag falsch

Quelle: Dratsch u. a., Automation Bias in Mammography, Radiology, Mai 2023. 27 Radiologen, 50 Mammografien; in 12 Fällen schlug die angebliche KI eine falsche Kategorie vor.

In der Studie von Dratsch und Kollegen bewerteten 27 Radiologen Mammografien mit Unterstützung einer angeblichen KI. War der Vorschlag richtig, lagen alle Gruppen bei rund 80 Prozent Treffern. War er falsch, fielen Unerfahrene auf 20 Prozent und selbst sehr Erfahrene auf 46 Prozent. Die Autoren fassen zusammen:

„These results suggest that all radiologists, regardless of expertise, can be subject to automation bias.“

Dratsch u. a., Radiology, 2023. Sinngemäß: Alle Radiologen können unabhängig von ihrer Erfahrung dem Automation Bias unterliegen.

Für ein Unternehmen heißt das: Wer KI einführt, muss festlegen, wer Ergebnisse prüft und wie. McKinsey zählt definierte Prüfprozesse für KI-Ergebnisse zu den Merkmalen, die erfolgreiche Unternehmen am deutlichsten von anderen unterscheiden.

Was bedeutet die 10-20-70-Regel?

Die 10-20-70-Regel verteilt den Aufwand eines KI-Vorhabens: 10 Prozent Algorithmen, 20 Prozent Technologie und Daten, 70 Prozent Menschen und Prozesse. BCG beschreibt sie als Prinzip der Unternehmen, die mit KI am meisten erreichen. Zu den 70 Prozent gehören neue Rollen, veränderte Arbeitsabläufe, Kompetenzen und die Begleitung der Veränderung. Mehr zur Regel und ihrer Herkunft steht im Beitrag Die 70-20-10-Regel der KI-Transformation.

„The soft stuff […] turns out to be the hard stuff.“

BCG, From Potential to Profit: Closing the AI Impact Gap, Januar 2025. Sinngemäß: Das vermeintlich Weiche, also Abläufe neu denken, Kompetenzen aufbauen und Veränderung führen, ist das eigentlich Schwere.

10-20-70 · wohin der aufwand gehört

Siebzig Prozent der Arbeit sind keine Technik.

AlgorithmenModelle und die Wissenschaft dahinter
Technologie und DatenPlattformen, Schnittstellen, Datenqualität
Menschen und ProzesseRollen, Arbeitsabläufe, Kompetenzen, Veränderung

Quelle: BCG, From Potential to Profit: Closing the AI Impact Gap, 15.01.2025.

Wie groß die Lücke zwischen Nutzung und Wirkung ist, zeigt die aktuelle McKinsey-Umfrage. 88 Prozent der Befragten sagen, ihr Unternehmen nutze KI in mindestens einem Bereich. Nur 39 Prozent sehen irgendeinen Effekt auf das Ergebnis vor Zinsen und Steuern, meist unter 5 Prozent. Die rund 6 Prozent Spitzenreiter haben fast dreimal so oft ihre Arbeitsabläufe von Grund auf neu gestaltet wie die übrigen.

nutzung ist nicht wirkung · 1.993 befragte

Fast alle nutzen KI. Wenige sehen sie im Ergebnis.

Organisationen mit KI in mindestens einem Bereich88 %McKinsey 2025
melden irgendeinen EBIT-Effekt durch KI39 %meist unter 5 % des EBIT
KI-Spitzenreiterca. 6 %≥ 5 % des EBIT durch KI
Arbeitsabläufe von Grund auf neu gestaltet
KategorieAnteil der Befragten
Spitzenreiter55 %
alle anderen20 %
  • Anteil der Befragten

Quelle: McKinsey, The State of AI in 2025: Agents, innovation, and transformation, 05.11.2025.

Welche drei Lücken bremsen die KI-Einführung?

Drei Lücken tauchen in fast jedem Vorhaben auf: Nichtwissen, Nichtkönnen und Nichthaben. Nichtwissen heißt, es fehlt der Überblick, was KI leisten kann und wo sie zu den eigenen Aufgaben passt. Nichtkönnen heißt, die Menschen können die Werkzeuge noch nicht wirksam einsetzen. Nichthaben heißt, es fehlen die Daten, die ein bestimmtes Vorhaben braucht. Die drei Lücken brauchen unterschiedliche Antworten, deshalb lohnt sich die Diagnose vor dem ersten Kauf.

drei lücken · erst die diagnose

Die meisten KI-Vorhaben hängen an einer von drei Lücken.

Was kann KI, und wo passt sie zu unseren Aufgaben?

Anzeichen

  • Diskussionen bleiben bei Schlagworten
  • niemand kann drei konkrete Anwendungsfälle nennen
  • Angst und Euphorie wechseln sich ab

was hilft

  • Überblick über Möglichkeiten und Grenzen
  • Anwendungsfälle mit echten Aufgaben abgleichen
  • ein bis zwei Fälle mit messbarem Ziel auswählen

Nichtwissen: Möglichkeiten erkennen und den richtigen Ansatzpunkt finden

Am Anfang stehen meist grundlegende Fragen. Was können die Modelle heute, wie verlässlich sind sie, und für welche Aufgaben im eigenen Unternehmen lohnen sie sich? Hier hilft zuerst ein Überblick über Möglichkeiten und typische Anwendungsfälle. Diesen Überblick gleichst du mit den Aufgaben ab, die in deinem Unternehmen Zeit kosten oder Fehler erzeugen. So wird aus allgemeinem Interesse eine konkrete Frage: Wo setzen wir an, und woran messen wir, ob es wirkt? Wie du von einem Geschäftsziel zu einem messbaren Pilot kommst, beschreibt der Beitrag KI im Unternehmen: vom Geschäftsziel zum messbaren Prozess.

Nichtkönnen: Kompetenzen für die Anwendung aufbauen

Eine passende Anwendung zu finden, ist der erste Schritt. Danach müssen die Menschen lernen, mit den Systemen zu arbeiten. Das gilt besonders für generative KI, bei der die Qualität des Ergebnisses stark davon abhängt, wie jemand fragt, prüft und nacharbeitet. Die BCG-Umfrage AI at Work 2025 mit 10.635 Befragten zeigt, wie viel Training ausmacht.

training · 10.635 befragte

Fünf Stunden Training machen einen messbaren Unterschied.

Regelmäßige KI-Nutzung nach Trainingsumfang
Kategorieregelmäßige Nutzung
unter 5 Stunden67 %
über 5 Stunden79 %
  • regelmäßige Nutzung
fühlen sich ausreichend geschult36 %aller Befragten
positiv gegenüber GenAI bei starker Unterstützung der Führung55 %ohne: 15 %
würden nicht freigegebene Werkzeuge nutzen54 %wenn passende Werkzeuge fehlen

Quelle: BCG, AI at Work 2025: Momentum Builds, but Gaps Remain, 23.06.2025, n = 10.635.

Wer mehr als fünf Stunden Training bekommen hat, nutzt KI zu 79 Prozent regelmäßig, bei weniger als fünf Stunden sind es 67 Prozent. Präsenztraining und Coaching heben die Nutzung weiter. Trotzdem fühlen sich nur 36 Prozent der Befragten ausreichend geschult. Und wenn das Unternehmen keine passenden Werkzeuge bereitstellt, würden 54 Prozent auf eigene Faust nicht freigegebene Werkzeuge nutzen. Schatten-KI ist also oft eine Folge fehlender Befähigung, kein Zeichen von Disziplinlosigkeit. Wo du und dein Team gerade stehen, zeigt der kostenlose KI-Kompetenz-Check in acht Feldern.

Seit Februar 2025 verlangt auch der EU AI Act in Artikel 4, dass Unternehmen, die KI einsetzen, für KI-Kompetenz ihrer Beschäftigten sorgen. Der AI Omnibus hat diese Pflicht im Juli 2026 vereinfacht. Ein bestimmtes Kompetenzniveau ist nicht vorgeschrieben, Kommission und Mitgliedstaaten sollen stärker mit Beispielen unterstützen. Gute Gründe für Kompetenzaufbau gibt es trotzdem genug, und die wenigsten haben mit Paragrafen zu tun.

Nichthaben: Datengrundlagen schaffen, die zum Vorhaben passen

Die dritte Lücke betrifft Daten. Wie viele und welche Daten du brauchst, hängt vom Ansatz ab. Für ein fertiges Werkzeug brauchst du keine Trainingsdaten, aber klare Regeln, was hineingegeben werden darf. Bei RAG, also wenn ein Modell zur Laufzeit in deinen Dokumenten sucht, brauchst du aktuelle und gepflegte Dokumente mit klaren Zugriffsrechten. Beim Fine-Tuning passt du ein bestehendes Modell mit Beispielen an. OpenAI nennt 50 bis 100 hochwertige Beispiele als Startpunkt.

nichthaben · es hängt vom ansatz ab

Nicht jedes KI-Vorhaben braucht eigene Trainingsdaten.

Das Modell sucht zur Laufzeit in deinen Dokumenten und antwortet auf dieser Grundlage.

Daten, die du brauchst: aktuelle, bereinigte Dokumente mit Eigentümern und Zugriffsrechten

Quelle zur Zahl der Beispiele: OpenAI, Leitfaden zum Fine-Tuning.

Kundendaten sind dabei keine allgemeine Voraussetzung. Ob sie gebraucht werden und genutzt werden dürfen, entscheidet der konkrete Anwendungsfall, und damit auch der Datenschutz. Die praktische Arbeit beginnt oft lange vor jedem Training: bei der Frage, welche Daten es gibt, wem sie gehören und in welchem Zustand sie sind.

Warum reicht ein KI-Training allein nicht aus?

Ein Training vermittelt Wissen und Fähigkeiten, verankert KI aber noch nicht im Unternehmen. Dafür müssen Strategie, Rollen, Abläufe und die Interessen der Beteiligten zusammenpassen. KI-Einführung wird damit zu einem Veränderungsprozess, der über die Auswahl eines Werkzeugs hinausgeht. Wie stark die Seite der Menschen über den Erfolg entscheidet, misst das Beratungsunternehmen Prosci seit Jahren.

change management · über 2.600 praktiker

Die Seite der Menschen entscheidet, ob Ziele erreicht werden.

Projekte, die ihre Ziele erreichen oder übertreffen
KategorieZiele erreicht
exzellent88 %
gut73 %
mittelmäßig39 %
schlecht13 %
  • Ziele erreicht

Quelle: Prosci, Best Practices in Change Management; Wirksamkeit des Change Managements nach Einschätzung der Teilnehmenden.

Von über 2.600 befragten Praktikern erreichten 88 Prozent ihre Projektziele, wenn das Change Management exzellent war, aber nur 13 Prozent bei schlechtem Change Management. Das ist eine Korrelation aus Selbstauskünften, kein Laborexperiment. Die Richtung ist trotzdem eindeutig und deckt sich mit den Befunden von BCG und McKinsey.

Warum gibt es keine Checkliste für die KI-Einführung?

Ein Unternehmen ist ein soziales System, dessen Veränderung von innen getragen werden muss. Viele wünschen sich drei oder fünf Schritte, mit denen die Einführung gelingt. Der Wunsch ist verständlich, aber Organisationsentwicklung lässt sich nicht auf eine allgemeingültige Schrittfolge reduzieren. Externe Begleitung kann Impulse geben, Sichtweisen hinterfragen und Methoden mitbringen. Gestalten müssen die Veränderung die Menschen im Unternehmen selbst. Das ist mit Hilfe zur Selbsthilfe gemeint.

kein rezept · ein kreislauf

Veränderung wird von innen getragen. Begleitung gibt nur den Takt.

  1. Ziele, Aufgaben und Lücken klären. Wer ist betroffen, wer entscheidet?

  2. Einen Anwendungsfall mit messbarem Ziel testen, im echten Arbeitsablauf.

  3. Kompetenzen an echten Aufgaben aufbauen, Regeln für Prüfung festlegen.

  4. Rollen, Prozesse und Verantwortung anpassen, Wirkung messen.

Dazu gehört mehr als Kompetenzaufbau. Die Interessen, Sorgen und die Bereitschaft der Beteiligten müssen auf den Tisch, von der Geschäftsführung über den Betriebsrat bis zu den Teams, deren Arbeit sich verändert. Ziel ist eine gemeinsame, verbindliche Unterstützung für das Vorhaben. Sie trägt KI über die Pilotphase hinaus.

Wie lange dauert eine KI-Einführung im Unternehmen?

Das hängt vom Auftrag ab, und meist dauert der organisatorische Teil länger als der technische. Ein Werkzeug für eine Abteilung freizuschalten, geht in Wochen. Eine Daten-, KI- oder Geschäftsfeldstrategie, die bis in die Umsetzung reicht, plant man eher in Quartalen. Zur Arbeit an Technologie, Beschaffung und gegebenenfalls Fine-Tuning kommen Kommunikation, die Einbindung der Beteiligten und Change Management. Die betroffenen Menschen müssen die Veränderung verstehen und mitgestalten können. Genau dieser Teil braucht Zeit.

Selbstcheck: Wo steht dein Unternehmen?

Bevor du ein Werkzeug auswählst, prüfe die drei Lücken. Die folgenden neun Aussagen helfen dabei. Hak ab, was schon zutrifft. Die Auswertung zeigt, wo dein Vorhaben gerade den wenigsten Rückhalt hat.

selbstcheck · neun aussagen

Hak ab, was in deinem Unternehmen schon zutrifft.

Nichtwissen
Nichtkönnen
Nichthaben
Nichtwissen0/3
Nichtkönnen0/3
Nichthaben0/3

Deine Antworten bleiben im Browser und werden nicht gespeichert.

Drei Fragen kannst du danach in die nächste Leitungsrunde mitnehmen. Wo fehlen Wissen oder Kompetenzen? Welche Datengrundlagen braucht das konkrete Vorhaben wirklich? Und wer muss die Veränderung mittragen, damit sie bleibt?

Quellen

Grafiken und Selbstcheck sind eigene Darstellungen. Der Selbstcheck speichert keine Antworten.

Introducing AI in a company means redesigning how people and technology work together. The tools are often bought quickly. Whether they work in daily business depends on the people who use them and on the workflows they are built into. Boston Consulting Group sums this up in a rule of thumb: 10 percent of the effort belongs to algorithms, 20 percent to technology and data, 70 percent to people and processes.

Steffen Herr explains the structure of an AI project at a wall of sticky notes in a bright meeting room, two participants with laptops blurred in the foreground
First clarify where it gets stuck, then talk about tools. Image AI-generated based on a portrait of Steffen Herr, labelled as such.

This article shows why AI adoption and organisational development belong together. It describes three gaps that hold up almost every project, puts them in context with current studies and ends with a self-check for your company. If you still need the basic terms, read Understanding AI: LLMs, generative AI and GPT first.

Why do people and technology belong together in AI?

Technology is made by people and acts back on people. Our abilities flow into AI systems, and so do our mistakes and prejudices. In 2018 Amazon dropped an experimental tool for screening applicants. It had learned from ten years of mostly male applications and penalised women. No developer had intended that. The system had adopted a pattern from the past.

The influence also runs the other way. As soon as people work with AI, it changes their judgement. Research calls this automation bias: the tendency to trust a system's suggestions too much.

automation bias · 27 radiologists

When the AI was wrong, even experts followed it.

Correctly rated mammograms in percent
KategorieAI suggestion correctAI suggestion wrong
inexperienced79.7 %19.8 %
moderately experienced81.3 %24.8 %
very experienced82.3 %45.5 %
  • AI suggestion correct
  • AI suggestion wrong

Source: Dratsch et al., Automation Bias in Mammography, Radiology, May 2023. 27 radiologists, 50 mammograms; in 12 cases the purported AI suggested a wrong category.

In the study by Dratsch and colleagues, 27 radiologists assessed mammograms with the help of a purported AI. When the suggestion was correct, all groups were right in about 80 percent of cases. When it was wrong, inexperienced readers dropped to 20 percent and even very experienced ones to 46 percent. The authors sum up:

“These results suggest that all radiologists, regardless of expertise, can be subject to automation bias.”

Dratsch et al., Radiology, 2023.

For a company this means: whoever introduces AI must decide who reviews the results and how. McKinsey counts defined review processes for AI output among the traits that most clearly set successful companies apart.

What does the 10-20-70 rule mean?

The 10-20-70 rule allocates the effort of an AI project: 10 percent algorithms, 20 percent technology and data, 70 percent people and processes. BCG describes it as the principle followed by the companies that achieve the most with AI. The 70 percent covers new roles, changed workflows, skills and guiding the change. More on the rule and its origin is in the article The 70-20-10 rule of AI transformation.

“The soft stuff […] turns out to be the hard stuff.”

BCG, From Potential to Profit: Closing the AI Impact Gap, January 2025. Meaning: rethinking workflows, upskilling people and leading change is the actual hard part.

10-20-70 · where the effort belongs

Seventy percent of the work is not technology.

Algorithmsmodels and the science behind them
Technology and dataplatforms, integrations, data quality
People and processesroles, workflows, skills, change

Source: BCG, From Potential to Profit: Closing the AI Impact Gap, 15 January 2025.

The current McKinsey survey shows how wide the gap between use and impact is. 88 percent of respondents say their company uses AI in at least one function. Only 39 percent see any effect on earnings before interest and taxes, mostly below 5 percent. The roughly 6 percent of high performers have fundamentally redesigned their workflows almost three times as often as the rest.

use is not impact · 1,993 respondents

Almost everyone uses AI. Few see it in the bottom line.

organisations using AI in at least one function88 %McKinsey 2025
report any EBIT impact from AI39 %mostly under 5 % of EBIT
AI high performersapprox. 6 %≥ 5 % of EBIT from AI
Fundamentally redesigned workflows
Kategorieshare of respondents
high performers55 %
all others20 %
  • share of respondents

Source: McKinsey, The State of AI in 2025: Agents, innovation, and transformation, 5 November 2025.

Which three gaps slow down AI adoption?

Three gaps appear in almost every project: not knowing, not being able and not having. Not knowing means there is no overview of what AI can do and where it fits your own tasks. Not being able means people cannot yet use the tools effectively. Not having means the data a particular project needs is missing. The three gaps need different answers, which is why a diagnosis before the first purchase pays off.

three gaps · diagnosis first

Most AI projects stall at one of three gaps.

What can AI do, and where does it fit our tasks?

signs

  • discussions stay at buzzword level
  • nobody can name three concrete use cases
  • fear and euphoria take turns

what helps

  • overview of possibilities and limits
  • match use cases against real tasks
  • pick one or two cases with a measurable goal

Not knowing: recognising possibilities and finding the right starting point

The start usually brings basic questions. What can the models do today, how reliable are they, and for which tasks in your own company are they worth it? An overview of possibilities and typical use cases helps first. Match that overview against the tasks in your company that cost time or cause errors. General interest then becomes a concrete question: where do we start, and how do we measure whether it works? How to get from a business goal to a measurable pilot is described in AI in the company: from business goal to measurable process.

Not being able: building the skills to use AI

Finding a suitable application is the first step. Then people have to learn to work with the systems. This is especially true for generative AI, where the quality of the result depends heavily on how someone asks, checks and reworks. BCG's AI at Work 2025 survey with 10,635 respondents shows how much training matters.

training · 10,635 respondents

Five hours of training make a measurable difference.

Regular AI users by amount of training
Kategorieregular users
under 5 hours67 %
over 5 hours79 %
  • regular users
feel properly trained36 %all respondents
positive about GenAI with strong leadership support55 %without: 15 %
would use unauthorised tools54 %if the company lacks the right tools

Source: BCG, AI at Work 2025: Momentum Builds, but Gaps Remain, 23 June 2025, n = 10,635.

Of those who received more than five hours of training, 79 percent use AI regularly; with less than five hours it is 67 percent. In-person training and coaching raise usage further. Still, only 36 percent of respondents feel properly trained. And if the company does not provide suitable tools, 54 percent would use unauthorised tools on their own. Shadow AI is often a consequence of missing enablement, not a sign of indiscipline. The free AI skills check in eight fields shows where you and your team stand.

Since February 2025, Article 4 of the EU AI Act has also required companies that deploy AI to ensure AI literacy among their staff. The AI Omnibus simplified this obligation in July 2026. No specific level of competence is prescribed, and the Commission and member states are to provide more support with examples. There are plenty of good reasons for building skills anyway, and few of them have to do with legal articles.

Not having: building data foundations that fit the project

The third gap concerns data. How much and which data you need depends on the approach. For a ready-made tool you need no training data, but clear rules on what may go in. With RAG, where a model searches your documents at runtime, you need current, maintained documents with clear access rights. With fine-tuning you adapt an existing model with examples. OpenAI cites 50 to 100 high-quality examples as a starting point.

not having · it depends on the approach

Not every AI project needs your own training data.

The model searches your documents at runtime and answers on that basis.

Data you need: current, cleaned documents with owners and access rights

Source for the number of examples: OpenAI, fine-tuning guide.

Customer data is not a general requirement. Whether it is needed and may be used depends on the specific use case, and therefore on data protection too. The practical work often starts long before any training: with the question of which data exists, who owns it and what state it is in.

Why is AI training alone not enough?

Training conveys knowledge and skills, but it does not yet embed AI in the company. For that, strategy, roles, workflows and the interests of those involved have to fit together. AI adoption thus becomes a change process that goes beyond choosing a tool. The consultancy Prosci has measured for years how strongly the people side decides success.

change management · 2,600+ practitioners

The people side decides whether goals are met.

Projects meeting or exceeding objectives
Kategoriemet objectives
excellent88 %
good73 %
fair39 %
poor13 %
  • met objectives

Source: Prosci, Best Practices in Change Management; effectiveness of change management as rated by participants.

Of more than 2,600 practitioners surveyed, 88 percent met their project objectives when change management was excellent, but only 13 percent with poor change management. This is a correlation from self-reports, not a lab experiment. The direction is still clear and matches the findings of BCG and McKinsey.

Why is there no checklist for AI adoption?

A company is a social system whose change has to be carried from within. Many people would like three or five steps that make adoption succeed. The wish is understandable, but organisational development cannot be reduced to a universal sequence of steps. External support can provide impulses, question perspectives and bring methods. The people in the company have to shape the change themselves. That is what help for self-help means.

no recipe · a cycle

Change is carried from inside. Support only sets the pace.

  1. Clarify goals, tasks and gaps. Who is affected, who decides?

  2. Test one use case with a measurable goal, in the real workflow.

  3. Build skills on real tasks, set rules for review.

  4. Adjust roles, processes and responsibility, measure impact.

This involves more than building skills. The interests, concerns and willingness of those involved have to be put on the table, from management and the works council to the teams whose work changes. The goal is shared, binding support for the project. It carries AI beyond the pilot phase.

How long does AI adoption take in a company?

It depends on the assignment, and the organisational part usually takes longer than the technical one. Enabling a tool for one department takes weeks. A data, AI or business strategy that reaches into implementation is better planned in quarters. Work on technology, procurement and possibly fine-tuning comes with communication, involving those affected and change management. The people affected need to understand the change and help shape it. That is the part that takes time.

Self-check: where does your company stand?

Before you choose a tool, check the three gaps. The following nine statements help. Tick what already applies. The result shows where your project currently has the least support.

self-check · nine statements

Tick what already applies in your company.

Not knowing
Not being able
Not having
Not knowing0/3
Not being able0/3
Not having0/3

Your answers stay in your browser and are not stored.

Afterwards, take three questions to your next management meeting. Where are knowledge or skills missing? Which data foundations does the specific project really need? And who has to support the change so that it lasts?

Sources

The graphics and the self-check are my own work. The self-check does not store any answers.

Häufige FragenFrequently asked questions

Woran scheitert die KI-Einführung in Unternehmen am häufigsten?Why does AI adoption in companies fail most often?

Meist an Menschen und Prozessen, nicht an der Technik. Die Boston Consulting Group empfiehlt, 10 Prozent des Aufwands in Algorithmen, 20 Prozent in Technologie und Daten und 70 Prozent in Menschen und Prozesse zu stecken. Typische Bremsen sind fehlendes Wissen über Anwendungsfälle, fehlende Kompetenz im Umgang mit den Werkzeugen und fehlende Datengrundlagen.Mostly because of people and processes, not technology. Boston Consulting Group recommends putting 10 percent of the effort into algorithms, 20 percent into technology and data and 70 percent into people and processes. Typical brakes are missing knowledge of use cases, missing skills with the tools and missing data foundations.

Was bedeutet die 10-20-70-Regel bei KI?What does the 10-20-70 rule mean for AI?

Die 10-20-70-Regel der Boston Consulting Group beschreibt, wie Unternehmen ihren Aufwand bei KI-Vorhaben verteilen sollten: 10 Prozent auf Algorithmen, 20 Prozent auf Technologie und Daten, 70 Prozent auf Menschen, Prozesse und kulturellen Wandel.Boston Consulting Group's 10-20-70 rule describes how companies should allocate effort in AI projects: 10 percent to algorithms, 20 percent to technology and data, 70 percent to people, processes and cultural change.

Wie viel KI-Training brauchen Mitarbeitende?How much AI training do employees need?

Laut BCG-Umfrage AI at Work 2025 mit 10.635 Befragten nutzen 79 Prozent derjenigen mit mehr als fünf Stunden Training KI regelmäßig, bei weniger als fünf Stunden sind es 67 Prozent. Präsenztraining und Coaching erhöhen die Nutzung zusätzlich. Nur 36 Prozent fühlen sich ausreichend geschult.According to BCG's AI at Work 2025 survey of 10,635 respondents, 79 percent of those with more than five hours of training use AI regularly, compared with 67 percent with less than five hours. In-person training and coaching increase usage further. Only 36 percent feel properly trained.

Braucht ein Unternehmen eigene Daten, um KI zu nutzen?Does a company need its own data to use AI?

Nicht zwingend. Für fertige Werkzeuge wie Chat-Assistenten braucht es keine Trainingsdaten, aber Regeln, welche Daten eingegeben werden dürfen. Für RAG braucht es aktuelle, gepflegte Dokumente. Für Fine-Tuning braucht es hochwertige Beispiele, OpenAI nennt 50 bis 100 als Startpunkt. Ein eigenes Modell zu trainieren ist für die meisten Unternehmen nicht sinnvoll.Not necessarily. Ready-made tools such as chat assistants need no training data, but rules on which data may be entered. RAG needs current, maintained documents. Fine-tuning needs high-quality examples; OpenAI cites 50 to 100 as a starting point. Training an own model is not sensible for most companies.

Was ist Automation Bias?What is automation bias?

Automation Bias ist die Neigung, Vorschlägen automatisierter Systeme zu sehr zu vertrauen. In einer Studie in der Fachzeitschrift Radiology von 2023 sank die Trefferquote unerfahrener Radiologen von rund 80 auf rund 20 Prozent, wenn eine angebliche KI eine falsche Einschätzung vorschlug. Auch sehr erfahrene Fachleute fielen von 82 auf 46 Prozent.Automation bias is the tendency to trust suggestions from automated systems too much. In a 2023 study in the journal Radiology, inexperienced radiologists' accuracy fell from about 80 to about 20 percent when a purported AI suggested a wrong assessment. Very experienced readers also dropped from 82 to 46 percent.

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