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18. Oktober 2026KIUnternehmen

KI-Ethik im Unternehmen: Warum Führung für Menschen und Ergebnisse verantwortlich bleibtAI ethics in companies: why leaders stay responsible for people and outcomes

KI soll Entscheidungen fairer machen. Ohne ethische Prüfung kann sie das Gegenteil bewirken: Studien zeigen benachteiligte Namen im Bewerbungs-Screening und niedrigere Gehaltsempfehlungen für Frauen. Wo Bias entsteht, warum er schwer zu entfernen ist, was das Recht verlangt und ein Risiko-Check für dein Unternehmen.AI is supposed to make decisions fairer. Without an ethical review it can do the opposite: studies show disadvantaged names in resume screening and lower salary advice for women. Where bias comes from, why it is hard to remove, what the law requires, and a risk check for your company.

Wer KI einsetzt, trägt Verantwortung für das, was sie mit Menschen macht. Das gilt für die Geschäftsführung, die ein Werkzeug freigibt, genauso wie für die Führungskraft, die ihr Team damit arbeiten lässt. Viele verbinden mit KI eine Hoffnung: Ein Programm kennt keine Sympathie und keinen schlechten Tag, also müsste es fairer entscheiden. Die Forschung der letzten Jahre zeigt, dass diese Hoffnung nur trägt, wenn ethische Fragen von Anfang an mitgedacht werden.

Steffen Herr sitzt an einem hellen Besprechungstisch, hält ein Blatt mit Bewerbungsunterlagen und spricht nachdenklich mit einer Person im Vordergrund
Ein Ergebnis zu hinterfragen, gehört zur Verantwortung. Bild KI-generiert auf Basis eines Porträts von Steffen Herr, als solches gekennzeichnet.

Dieser Beitrag zeigt an aktuellen Studien, wo KI Menschen benachteiligt, wie Bias in ein System gelangt und warum er sich so schwer entfernen lässt. Danach geht es um den Rechtsrahmen und um einen Risiko-Check, den du vor dem nächsten Einsatz durchgehen kannst. Wie Mensch und Technologie bei der Einführung zusammenspielen, beschreibt der Beitrag KI-Einführung im Unternehmen.

Warum ist KI-Ethik eine Führungsaufgabe?

Weil die Entscheidung, KI einzusetzen, eine Entscheidung über Menschen ist. Ein System, das Bewerbungen sortiert, Gehälter vorschlägt oder Leistung bewertet, wirkt auf Karrieren und Einkommen. Wer es einführt, legt fest, wofür es genutzt wird, wer die Ergebnisse prüft und was passiert, wenn es danebenliegt. Diese Fragen lassen sich nicht an die IT oder an den Anbieter abgeben.

KI kann Abläufe gerechter machen, etwa weil sie jede Bewerbung nach denselben Kriterien liest. Ohne ethische Prüfung kann das Ergebnis aber auch schlechter ausfallen als vorher. Dann wiederholt das System alte Muster, nur schneller, in größerer Zahl und mit dem Anschein von Objektivität.

Benachteiligt KI Bewerberinnen und Bewerber?

Sie kann es, und zwar messbar, wenn niemand hinsieht. Amazon stellte 2018 ein experimentelles Werkzeug zur Bewerberauswahl ein. Es hatte aus zehn Jahren Bewerbungen gelernt, die überwiegend von Männern kamen, und Lebensläufe abgewertet, in denen das Wort „women’s“ vorkam, etwa beim Schachclub für Frauen. Laut Reuters entschied das Werkzeug nie allein über Einstellungen.

Sechs Jahre später testeten Kyra Wilson und Aylin Caliskan von der University of Washington aktuelle Sprachmodelle. Sie setzten 120 Vornamen in über 550 echte Lebensläufe ein und ließen drei Modelle die Unterlagen für über 500 Stellenanzeigen aus neun Berufen ordnen. In über drei Millionen Vergleichen zeigte sich ein klares Muster.

lebenslauf-screening · über 3 millionen vergleiche

Gleicher Lebenslauf, anderer Name, anderer Rang.

weiß gelesene Namen bevorzugt85,1 %
Schwarz gelesene Namen bevorzugt8,6 %
kein signifikanter Unterschied6,3 %
Tests, in denen Schwarz gelesene Männernamen weiß gelesene schlugen0 %intersektionaler Vergleich
echte Lebensläufe und Stellenanzeigenüber 550neun Berufe

Quelle: Wilson und Caliskan, Gender, Race, and Intersectional Bias in Resume Screening via Language Model Retrieval, AIES 2024. Drei Text-Embedding-Modelle, 120 Vornamen.

Weiß gelesene Namen wurden in 85,1 Prozent der Tests bevorzugt, Schwarz gelesene in 8,6 Prozent. Männlich gelesene Namen lagen in 51,9 Prozent vorn, weiblich gelesene in 11,1 Prozent. Schwarz gelesene Männernamen schnitten gegenüber weiß gelesenen Männernamen in keinem einzigen Test besser ab. Die Abstände im einzelnen Vergleich waren oft klein. Über viele Stellen und Bewerbungen summieren sie sich.

Historische Daten mit solchen Schieflagen sind ein Risiko. Sie legen das Ergebnis aber nicht zwangsläufig fest. Ob sich ein Muster fortsetzt, hängt davon ab, wie ein System gebaut, getestet und genutzt wird. Genau dort liegt der Spielraum der Unternehmen, die es einsetzen.

Schlägt KI Frauen niedrigere Gehälter vor?

In einer Studie der Technischen Hochschule Würzburg-Schweinfurt taten das mehrere gängige Modelle. Das Team um Ivan Yamshchikov fragte fünf Sprachmodelle nach Gehaltszielen für Verhandlungen. Die Szenarien waren gleich, nur die Angaben zur Person wechselten. Frauen bekamen in den meisten Fällen niedrigere Zielwerte empfohlen als Männer.

gehaltsrat · gleicher job, gleiche qualifikation

Der Frau riet das Modell zu 120.000 Dollar weniger.

Empfohlenes Einstiegsgehalt, erfahrene Fachärztin oder erfahrener Facharzt in Denver

als Mann400 Tsd. $
als Frau280 Tsd. $
Experimente mit signifikantem Abstand zwischen zwei kombinierten Personas87,5 %35 von 40
getestete Modelle5u. a. GPT-4o mini, Claude 3.5 Haiku

Quelle: Sorokovikova u. a., Surface Fairness, Deep Bias, GeBNLP 2025; Einzelbeispiel laut Bericht von Computerworld, 24.07.2025.

Ein Beispiel der Autoren: Für eine erfahrene Fachärztin in Denver nannte ChatGPT o3 ein Einstiegsziel von 280.000 US-Dollar, für einen gleich qualifizierten Mann 400.000 US-Dollar. Kombinierten die Forschenden mehrere Merkmale, wuchs der Abstand weiter. In 35 von 40 Experimenten lag die Persona „männlicher asiatischer Expat“ deutlich vor „weibliche hispanische Geflüchtete“.

„When it comes to sensitive topics like salary negotiations, this kind of hidden bias can have real-world consequences for users.“

Sorokovikova, Chizhov, Eremenko und Yamshchikov laut THWS, Juni 2025. Sinngemäß: Bei sensiblen Themen wie Gehaltsverhandlungen kann diese versteckte Verzerrung echte Folgen für Nutzerinnen und Nutzer haben.

Bemerkenswert ist, wo der Bias auftauchte. In klassischen Wissenstests fanden die Forschenden kaum Unterschiede. Deutlich wurde er erst, als die Modelle beraten sollten. Mit Speicherfunktionen, die sich Angaben aus früheren Gesprächen merken, muss niemand mehr Geschlecht oder Herkunft nennen. Das Modell kennt sie oft schon.

Ist ein Computer neutral?

Nein. Ein Computer rechnet mit den Daten und Zielen, die Menschen ihm geben. Joy Buolamwini und Timnit Gebru untersuchten 2018 drei kommerzielle Systeme zur Geschlechtserkennung auf Fotos. Zwei gängige Testdatensätze bestanden zu 79,6 und 86,2 Prozent aus hellhäutigen Gesichtern. Entsprechend ungleich waren die Fehler verteilt.

gender shades · drei kommerzielle systeme

Gebaut auf Daten, die vor allem hellhäutige Gesichter zeigten.

Fehlerquote, Frauen mit dunkler Hautbis 34,7 %schlechtestes System
Fehlerquote, Männer mit heller Hauthöchstens 0,8 %alle drei Systeme
hellhäutige Gesichter in gängigen Testdatensätzen79,6 bis 86,2 %IJB-A, Adience

Quelle: Buolamwini und Gebru, Gender Shades, Proceedings of Machine Learning Research 81, 2018.

Bias kann sogar entstehen, wenn ein geschütztes Merkmal gar nicht im System vorkommt. Ein Algorithmus aus dem US-Gesundheitswesen sollte Patientinnen und Patienten mit hohem Betreuungsbedarf finden. Hautfarbe war kein Merkmal. Vorhergesagt wurden aber die künftigen Behandlungskosten, als Stellvertreter für den Bedarf.

falsche zielgröße · hautfarbe war nicht einmal ein merkmal

Der Algorithmus maß Kosten und nannte es Bedarf.

  1. 1Gemeint war: Wer braucht zusätzliche Betreuung?
  2. 2Vorhergesagt wurde: Wer verursacht hohe Kosten?
  3. 3Bei gleicher Krankheit wurde für Schwarze Patienten weniger Geld ausgegeben.
  4. 4Der Algorithmus hielt sie deshalb für gesünder, als sie waren.
Anteil Schwarzer Patienten, die zusätzliche Betreuung erhalten
KategorieAnteil
Kosten als Ziel17,7 %
ohne Verzerrung46,5 %
  • Anteil

Quelle: Obermeyer u. a., Dissecting racial bias in an algorithm used to manage the health of populations, Science 366, 2019. Die 46,5 % sind die Simulation der Autoren ohne die Lücke.

Weil für Schwarze Patienten bei gleicher Krankheit im Schnitt weniger Geld ausgegeben wurde, hielt der Algorithmus sie für gesünder. Ziad Obermeyer und Kollegen rechneten nach: Ohne diese Lücke wäre der Anteil Schwarzer Patienten in der Zusatzbetreuung von 17,7 auf 46,5 Prozent gestiegen. Eine neu formulierte Zielgröße beseitigte die Verzerrung bei der Frage, wer zusätzliche Betreuung braucht.

„We suggest that the choice of convenient, seemingly effective proxies for ground truth can be an important source of algorithmic bias in many contexts.“

Obermeyer u. a., Science, 2019. Sinngemäß: Bequeme, scheinbar wirksame Stellvertreter für das eigentlich Gemeinte können in vielen Zusammenhängen eine wichtige Quelle algorithmischer Verzerrung sein.

Wo entsteht Bias in einem KI-System?

An jeder Stufe, von den Daten bis zur Nutzung. Die Beispiele oben zeigen unterschiedliche Einfallstore. Bei Amazon lag es in den historischen Daten, im Gesundheitsalgorithmus in der Zielgröße, bei den Sprachmodellen im vortrainierten Modell selbst. Dazu kommen zwei Stufen, die oft übersehen werden: wie Menschen mit den Vorschlägen umgehen und was aus ihren Entscheidungen später wird.

sechs einfallstore · von den daten bis zur rückkopplung

Bias kommt nicht von einer Stelle. Er kommt an jeder Stufe hinein.

1. Historische Daten

Das Modell lernt aus früheren Entscheidungen, mit ihren Mustern und Schieflagen.

Beispiel: Amazon stellte 2018 ein Bewerbungswerkzeug ein, das aus zehn Jahren überwiegend männlicher Bewerbungen gelernt hatte.

PrüffrageWessen Entscheidungen stecken in den Daten, und waren sie fair?

Die Stufe Nutzung verdient besondere Aufmerksamkeit. Menschen neigen dazu, Vorschlägen eines Systems zu sehr zu vertrauen. In einer Studie zu Mammografien fiel die Trefferquote selbst erfahrener Radiologen deutlich, wenn eine angebliche KI falsch lag. Mehr dazu steht im Abschnitt zum Automation Bias im Beitrag KI-Einführung im Unternehmen. Eine Freigabe durch einen Menschen schützt also nur, wenn diese Person Zeit, Wissen und das Recht zum Widerspruch hat.

Warum lässt sich Bias so schwer herausfiltern?

Weil Merkmale sich gegenseitig verraten und weil es nicht die eine Fairness gibt. Der naheliegende Schritt ist, Geschlecht, Alter oder Herkunft aus den Daten zu löschen. Das hilft wenig, wenn andere Angaben dieselbe Information tragen. Ein Vereinsname, eine Lücke im Lebenslauf, ein Wohnort oder eine Schule können Rückschlüsse erlauben. Amazon machte das Werkzeug laut Reuters neutral gegenüber den auffälligen Begriffen, hatte aber keine Gewähr, dass es nicht andere Wege fand, Menschen zu benachteiligen.

Dazu kommt eine mathematische Grenze. Fairness lässt sich unterschiedlich definieren, und die Definitionen widersprechen sich, sobald Gruppen unterschiedliche Ausgangslagen haben. Jon Kleinberg, Sendhil Mullainathan und Manish Raghavan haben 2016 gezeigt, dass sich bestimmte Fairness-Bedingungen außer in Sonderfällen nicht gleichzeitig erfüllen lassen.

fairness · beispielzahlen

Fair ist eine Entscheidung, keine Einstellung.

Gruppe A6 von 10 geeignet

eingeladen: 4 von 10

Gruppe B3 von 10 geeignet

eingeladen: 4 von 10

Beide Gruppen werden zum gleichen Anteil eingeladen, hier je 4 von 10. In Gruppe B kommt dafür eine ungeeignete Person mit, in Gruppe A bleiben zwei Geeignete draußen.

Eigene Darstellung mit Beispielzahlen. Hintergrund: Kleinberg, Mullainathan und Raghavan, Inherent Trade-Offs in the Fair Determination of Risk Scores, 2016.

Für ein Unternehmen heißt das: Die Software kann nicht entscheiden, welche Fairness gelten soll. Das ist eine Wertentscheidung, die vor dem Einsatz getroffen und begründet werden muss. Sie gehört zu den Aufgaben der Führung, nicht des Anbieters.

Was verlangt das Recht beim Einsatz von KI?

Benachteiligung ist schon heute verboten, und für KI in Personalfragen kommen weitere Pflichten dazu. Das AGG gilt unabhängig davon, ob ein Mensch oder eine Software vorsortiert. Die DSGVO schützt in Artikel 22 davor, ausschließlich automatisierten Entscheidungen mit erheblicher Wirkung unterworfen zu werden. Der EU AI Act verbietet seit Februar 2025 unter anderem KI zur Emotionserkennung am Arbeitsplatz.

recht · was schon gilt, was kommt

Die Verantwortung bleibt beim Unternehmen, nicht beim Werkzeug.

  1. 2006

    AGG

    Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz verbietet Benachteiligung wegen ethnischer Herkunft, Geschlecht, Religion, Behinderung, Alter oder sexueller Identität, auch bei der Bewerberauswahl.

  2. 25.05.2018

    DSGVO Art. 22

    Menschen haben das Recht, keiner ausschließlich automatisierten Entscheidung unterworfen zu werden, die sie rechtlich oder ähnlich erheblich trifft. Ausnahmen sind eng gefasst.

  3. 02.02.2025

    AI Act Art. 4 und 5

    Verbote gelten, darunter KI zur Emotionserkennung am Arbeitsplatz, außer aus medizinischen oder Sicherheitsgründen. Dazu kommt die Pflicht zur KI-Kompetenz.

  4. 02.12.2027

    AI Act Anhang III

    KI für Auswahl, Beförderung, Kündigung und Leistungsbewertung gilt als Hochrisiko. Betreiber brauchen dann menschliche Aufsicht mit Kompetenz, passende Eingabedaten, Protokolle für mindestens sechs Monate und müssen Beschäftigte vorab informieren.

Quellen: AGG; DSGVO Art. 22; Verordnung (EU) 2024/1689 Art. 4, 5, 26 und Anhang III, Geltungsbeginn für Anhang III nach dem AI Omnibus. Keine Rechtsberatung.

KI für Auswahl, Beförderung, Kündigung oder Leistungsbewertung stuft der AI Act als Hochrisiko ein. Nach dem AI Omnibus gelten die Pflichten dafür ab dem 2. Dezember 2027. Wer ein solches System betreibt, muss dann unter anderem menschliche Aufsicht durch kompetente Personen sicherstellen, auf passende Eingabedaten achten, Protokolle aufbewahren und Beschäftigte sowie ihre Vertretung vorab informieren. Die Frist ist kein Grund zu warten. Die Fragen dahinter stellen sich mit dem ersten Einsatz.

Warum reicht gesunder Menschenverstand nicht?

Weil sich die meisten Verzerrungen erst zeigen, wenn man gezielt nach ihnen sucht. Keiner der Fälle in diesem Beitrag fiel durch einen Blick auf einzelne Ergebnisse auf. Sichtbar wurden sie durch Tests mit vertauschten Namen, durch Auswertungen nach Gruppen und durch die Frage, was eine Zielgröße wirklich misst. Gesunder Menschenverstand hilft, die richtigen Fragen zu stellen. Eine systematische Risikobewertung ersetzt er nicht.

Einen Rahmen dafür bietet das AI Risk Management Framework des US-Instituts NIST. Es ordnet die Arbeit in vier Funktionen: Govern für Zuständigkeiten und Regeln, Map für den Einsatzkontext, Measure für Tests und Kennzahlen und Manage für den Umgang mit erkannten Risiken. Der folgende Check übersetzt das in zwölf Fragen für dein Unternehmen.

risiko-check · zwölf fragen

Hak ab, was du schon mit Ja beantworten kannst.

Zweck und Ziel
Daten
Wirkung auf Menschen
Aufsicht und Recht
Zweck und Ziel0/3
Daten0/3
Wirkung auf Menschen0/3
Aufsicht und Recht0/3

Deine Antworten bleiben im Browser und werden nicht gespeichert.

Wo du noch keine Antwort hast, liegt die nächste Aufgabe. Ein guter Startpunkt ist der Test mit vertauschten Namen: Gib dem System dieselbe Unterlage mit unterschiedlichen Namen und vergleiche die Ergebnisse. Wie gut dein Team auf solche Prüfungen vorbereitet ist, zeigt der KI-Kompetenz-Check.

Was heißt das für Führungskräfte?

KI nimmt dir Arbeit ab, aber nicht die Verantwortung. Lege fest, welche Entscheidungen ein System unterstützen darf und welche nicht. Entscheide, welche Fairness gelten soll, und halte die Begründung fest. Sorge dafür, dass jemand die Ergebnisse prüft, der widersprechen darf. Und wiederhole die Prüfung, wenn sich Modell, Daten oder Einsatzzweck ändern.

Quellen

Grafiken und Risiko-Check sind eigene Darstellungen. Der Risiko-Check speichert keine Antworten. Dieser Beitrag ist keine Rechtsberatung.

Anyone who uses AI is responsible for what it does to people. That applies to the management that approves a tool as much as to the manager whose team works with it. Many people attach a hope to AI: a program knows no sympathy and no bad days, so it ought to decide more fairly. Research from recent years shows that this hope only holds if ethical questions are considered from the start.

Steffen Herr sits at a bright meeting table, holding a sheet of application documents and talking thoughtfully with a person in the foreground
Questioning a result is part of the responsibility. Image AI-generated from a portrait of Steffen Herr and labelled as such.

Using recent studies, this article shows where AI disadvantages people, how bias gets into a system and why it is so hard to remove. It then covers the legal framework and a risk check you can work through before your next deployment. The article AI adoption in companies describes how people and technology interact during adoption.

Why is AI ethics a leadership task?

Because the decision to use AI is a decision about people. A system that sorts applications, suggests salaries or rates performance affects careers and incomes. Whoever introduces it decides what it is used for, who checks the results and what happens when it gets things wrong. These questions cannot be handed off to IT or to the vendor.

AI can make processes fairer, for example because it reads every application against the same criteria. Without an ethical review, however, the outcome can also be worse than before. The system then repeats old patterns, only faster, at larger scale and with an air of objectivity.

Does AI disadvantage job applicants?

It can, measurably, when nobody is looking. In 2018 Amazon dropped an experimental recruiting tool. It had learned from ten years of applications that came mostly from men, and it downgraded resumes containing the word "women's", as in a women's chess club. According to Reuters, the tool never decided on hires on its own.

Six years later, Kyra Wilson and Aylin Caliskan of the University of Washington tested current language models. They inserted 120 first names into more than 550 real resumes and had three models rank them for more than 500 job ads across nine occupations. Over more than three million comparisons, a clear pattern emerged.

resume screening · over 3 million comparisons

Same resume, different name, different ranking.

white-associated names preferred85.1 %
Black-associated names preferred8.6 %
no significant difference6.3 %
tests in which Black male names beat white male names0 %intersectional comparison
real resumes and job adsover 550nine occupations

Source: Wilson and Caliskan, Gender, Race, and Intersectional Bias in Resume Screening via Language Model Retrieval, AIES 2024. Three text embedding models, 120 first names.

White-associated names were preferred in 85.1 percent of tests, Black-associated names in 8.6 percent. Male-associated names came out ahead in 51.9 percent, female-associated names in 11.1 percent. Black male names never did better than white male names in a single test. The gaps in individual comparisons were often small. Across many jobs and applications, they add up.

Historical data with such imbalances are a risk. They do not necessarily determine the outcome, though. Whether a pattern continues depends on how a system is built, tested and used. That is where companies deploying it have room to act.

Does AI suggest lower salaries to women?

In a study by the Technical University of Applied Sciences Würzburg-Schweinfurt, several common models did. Ivan Yamshchikov's team asked five language models for salary targets for negotiations. The scenarios were identical; only the details about the person changed. In most cases, women were advised to aim lower than men.

salary advice · same job, same qualification

The model advised the woman to ask for $120,000 less.

Suggested starting salary, experienced medical specialist in Denver

as a man$400k
as a woman$280k
experiments with significant gap between two compound personas87.5 %35 of 40
models tested5incl. GPT-4o mini, Claude 3.5 Haiku

Source: Sorokovikova et al., Surface Fairness, Deep Bias, GeBNLP 2025; single example reported by Computerworld on 24 July 2025.

One example from the authors: for an experienced medical specialist in Denver, ChatGPT o3 suggested a starting target of $280,000 for a woman and $400,000 for an equally qualified man. When the researchers combined several attributes, the gap grew further. In 35 of 40 experiments, the persona "male Asian expatriate" came out clearly ahead of "female Hispanic refugee".

"When it comes to sensitive topics like salary negotiations, this kind of hidden bias can have real-world consequences for users."

Sorokovikova, Chizhov, Eremenko and Yamshchikov according to THWS, June 2025.

Where the bias appeared is telling. In classic knowledge tests the researchers found hardly any differences. It only became clear once the models were asked for advice. With memory features that keep details from earlier conversations, nobody has to state gender or origin anymore. The model often knows them already.

Is a computer neutral?

No. A computer calculates with the data and goals people give it. In 2018 Joy Buolamwini and Timnit Gebru examined three commercial systems that classify gender in photos. Two common benchmark data sets consisted of 79.6 and 86.2 percent lighter-skinned faces. The errors were distributed just as unevenly.

gender shades · three commercial systems

Built on data that showed mostly light-skinned faces.

error rate, darker-skinned womenup to 34.7 %worst system
error rate, lighter-skinned menmax. 0.8 %all three systems
lighter-skinned faces in common benchmarks79.6 to 86.2 %IJB-A, Adience

Source: Buolamwini and Gebru, Gender Shades, Proceedings of Machine Learning Research 81, 2018.

Bias can arise even when a protected attribute is not in the system at all. An algorithm used in US health care was meant to identify patients with high care needs. Race was not an input. But it predicted future treatment costs, as a stand-in for need.

wrong target · race was not even an input

The algorithm measured costs and called it need.

  1. 1Intended: who needs extra care?
  2. 2Predicted: who will cause high costs?
  3. 3For the same illness, less money was spent on Black patients.
  4. 4So the algorithm rated them healthier than they were.
Share of Black patients selected for extra care
Kategorieshare
cost as target17.7 %
bias removed46.5 %
  • share

Source: Obermeyer et al., Dissecting racial bias in an algorithm used to manage the health of populations, Science 366, 2019. The 46.5 % is the authors' simulation without the gap.

Because less money was spent on average on Black patients with the same illness, the algorithm rated them healthier. Ziad Obermeyer and colleagues did the maths: without this gap, the share of Black patients in extra care would have risen from 17.7 to 46.5 percent. A reformulated target removed the bias in predicting who needs extra care.

"We suggest that the choice of convenient, seemingly effective proxies for ground truth can be an important source of algorithmic bias in many contexts."

Obermeyer et al., Science, 2019.

Where does bias enter an AI system?

At every step, from data to use. The examples above show different entry points. At Amazon it lay in the historical data, in the health algorithm in the target, in the language models in the pre-trained model itself. Two more steps are often overlooked: how people handle the suggestions and what later becomes of their decisions.

six entry points · from data to feedback

Bias does not come from one place. It enters at every step.

1. Historical data

The model learns from earlier decisions, including their patterns and imbalances.

Example: In 2018 Amazon dropped a recruiting tool that had learned from ten years of mostly male applications.

checkWhose decisions are in the data, and were they fair?

The use step deserves special attention. People tend to trust a system's suggestions too much. In a mammography study, even experienced radiologists' accuracy fell clearly when a purported AI was wrong. The section on automation bias in the article AI adoption in companies has more on this. Human approval only protects if that person has the time, the knowledge and the right to object.

Why is bias so hard to filter out?

Because features give each other away, and because there is no single fairness. The obvious step is to delete gender, age or origin from the data. That helps little if other details carry the same information. A club name, a gap in a CV, a place of residence or a school can allow inferences. According to Reuters, Amazon made the tool neutral to the conspicuous terms but had no guarantee that it would not find other ways to disadvantage people.

There is also a mathematical limit. Fairness can be defined in different ways, and the definitions contradict each other as soon as groups start from different positions. In 2016 Jon Kleinberg, Sendhil Mullainathan and Manish Raghavan showed that certain fairness conditions cannot all be met at once except in special cases.

fairness · example numbers

Fair is a decision, not a setting.

Group A6 of 10 suitable

invited: 4 of 10

Group B3 of 10 suitable

invited: 4 of 10

Both groups are invited at the same rate, here 4 out of 10 each. Group B then includes one unsuitable person, while two suitable people in group A are left out.

Own illustration with example numbers. Background: Kleinberg, Mullainathan and Raghavan, Inherent Trade-Offs in the Fair Determination of Risk Scores, 2016.

For a company this means: the software cannot decide which fairness should apply. That is a value judgement that has to be made and justified before deployment. It belongs to leadership, not to the vendor.

What does the law require when using AI?

Discrimination is already prohibited, and further duties are coming for AI in HR. Germany's General Equal Treatment Act (AGG) applies regardless of whether a person or software pre-sorts candidates. Article 22 of the GDPR protects people from being subject to decisions based solely on automated processing with significant effects. Since February 2025 the EU AI Act has prohibited, among other things, AI for emotion recognition at the workplace.

law · what already applies, what comes

Responsibility stays with the company, not the tool.

  1. 2006

    AGG

    Germany's General Equal Treatment Act prohibits discrimination based on ethnic origin, gender, religion, disability, age or sexual identity, including in candidate selection.

  2. 25 May 2018

    GDPR Art. 22

    People have the right not to be subject to a decision based solely on automated processing that legally or similarly significantly affects them. Exceptions are narrow.

  3. 2 Feb 2025

    AI Act Art. 4 and 5

    Prohibitions apply, including AI for emotion recognition at the workplace, except for medical or safety reasons. The AI literacy duty applies too.

  4. 2 Dec 2027

    AI Act Annex III

    AI for selection, promotion, dismissal and performance evaluation counts as high-risk. Deployers then need competent human oversight, suitable input data, logs for at least six months, and must inform workers in advance.

Sources: AGG; GDPR Art. 22; Regulation (EU) 2024/1689 Art. 4, 5, 26 and Annex III, application date for Annex III as amended by the AI Omnibus. No legal advice.

The AI Act classifies AI for selection, promotion, dismissal or performance evaluation as high-risk. Following the AI Omnibus, the duties for this apply from 2 December 2027. Anyone operating such a system must then ensure, among other things, human oversight by competent people, pay attention to suitable input data, keep logs and inform workers and their representatives in advance. The deadline is no reason to wait. The questions behind it arise with the first deployment.

Why is common sense not enough?

Because most biases only show up when you look for them deliberately. None of the cases in this article stood out from a glance at individual results. They became visible through tests with swapped names, analyses by group and the question of what a target really measures. Common sense helps you ask the right questions. It does not replace a systematic risk assessment.

The AI Risk Management Framework of the US institute NIST offers a structure for this. It organises the work into four functions: Govern for responsibilities and rules, Map for the context of use, Measure for tests and metrics, and Manage for handling identified risks. The following check translates this into twelve questions for your company.

risk check · twelve questions

Tick what you can already answer with yes.

Purpose and target
Data
Impact on people
Oversight and law
Purpose and target0/3
Data0/3
Impact on people0/3
Oversight and law0/3

Your answers stay in your browser and are not stored.

Wherever you have no answer yet, that is your next task. A good starting point is the swapped-name test: give the system the same document with different names and compare the results. The AI competence check shows how well your team is prepared for such reviews.

What does this mean for leaders?

AI takes work off your hands, but not responsibility. Decide which decisions a system may support and which it may not. Decide which fairness should apply, and record why. Make sure someone reviews the results who is allowed to object. And repeat the review whenever the model, the data or the purpose changes.

Sources

Charts and risk check are my own work. The risk check does not store any answers. This article is not legal advice.

Häufige FragenFrequently asked questions

Was bedeutet KI-Ethik im Unternehmen?What does AI ethics mean in a company?

KI-Ethik im Unternehmen heißt, Verantwortung für die Folgen von KI für Menschen zu übernehmen: für Fairness, Nachvollziehbarkeit, menschliche Aufsicht und Datenschutz. Die Führung legt fest, wofür KI eingesetzt wird, wer Ergebnisse prüft und was passiert, wenn das System danebenliegt.AI ethics in a company means taking responsibility for the consequences of AI for people: for fairness, traceability, human oversight and data protection. Leadership decides what AI is used for, who checks the results and what happens when the system gets it wrong.

Kann KI bei der Bewerberauswahl diskriminieren?Can AI discriminate in candidate selection?

Ja. In einer Studie der University of Washington von 2024 bevorzugten drei Sprachmodelle beim Sortieren von über 550 Lebensläufen weiß gelesene Namen in 85,1 Prozent der Tests, Schwarz gelesene nur in 8,6 Prozent. Männlich gelesene Namen lagen in 51,9 Prozent vorn, weiblich gelesene in 11,1 Prozent. Amazon stellte bereits 2018 ein Bewerbungswerkzeug ein, das Frauen benachteiligte.Yes. In a 2024 University of Washington study, three language models sorting more than 550 resumes preferred white-associated names in 85.1 percent of tests and Black-associated names in only 8.6 percent. Male-associated names came out ahead in 51.9 percent, female-associated names in 11.1 percent. Amazon dropped a recruiting tool that disadvantaged women as early as 2018.

Geben KI-Chatbots Frauen niedrigere Gehaltsempfehlungen?Do AI chatbots give women lower salary advice?

In einer Studie der Technischen Hochschule Würzburg-Schweinfurt von 2025 empfahlen mehrere Sprachmodelle Frauen in den meisten Fällen niedrigere Gehaltsziele als Männern mit gleichem Profil. In einem Beispiel nannte ChatGPT o3 für eine erfahrene Fachärztin 280.000 US-Dollar, für einen Mann 400.000 US-Dollar.In a 2025 study by the Technical University of Applied Sciences Würzburg-Schweinfurt, several language models advised women to aim for lower salaries than men with the same profile in most cases. In one example, ChatGPT o3 suggested $280,000 for an experienced female medical specialist and $400,000 for a man.

Warum lässt sich Bias nicht einfach aus KI herausfiltern?Why can't bias simply be filtered out of AI?

Weil andere Merkmale geschützte Eigenschaften verraten können, etwa Vereinsnamen, Lücken im Lebenslauf oder der Wohnort. Auch die Wahl der Zielgröße kann verzerren. Und Fairness lässt sich unterschiedlich definieren: Kleinberg, Mullainathan und Raghavan zeigten 2016, dass sich bestimmte Fairness-Bedingungen außer in Sonderfällen nicht gleichzeitig erfüllen lassen.Because other features can reveal protected attributes, such as club names, gaps in a CV or place of residence. The choice of target can also introduce bias. And fairness can be defined in different ways: Kleinberg, Mullainathan and Raghavan showed in 2016 that certain fairness conditions cannot all be met at once except in special cases.

Ist KI in der Personalauswahl nach dem EU AI Act erlaubt?Is AI in hiring allowed under the EU AI Act?

Ja, aber sie gilt als Hochrisiko-System nach Anhang III. Nach dem AI Omnibus gelten die Pflichten ab dem 2. Dezember 2027, darunter menschliche Aufsicht, passende Eingabedaten, Protokolle und die Information der Beschäftigten. KI zur Emotionserkennung am Arbeitsplatz ist seit Februar 2025 verboten. AGG und DSGVO Artikel 22 gelten schon heute.Yes, but it counts as a high-risk system under Annex III. Following the AI Omnibus, the duties apply from 2 December 2027, including human oversight, suitable input data, logs and informing workers. AI for emotion recognition at the workplace has been prohibited since February 2025. The German AGG and Article 22 GDPR already apply.

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