Motion Design war lange Handarbeit in After Effects. Wer einen Produktspot, ein Erklärvideo oder ein kurzes Reel wollte, brauchte ein Studio oder sehr viel Geduld. Mit Claude Code und HyperFrames entsteht so ein Video inzwischen aus einem Prompt. Claude schreibt das Video als Code, rendert es zu einer MP4 und prüft das Ergebnis selbst.
Ich nutze HyperFrames für meine eigenen Spots und Reels. In diesem Beitrag zeige ich den Ablauf, der dabei am zuverlässigsten funktioniert, und gebe dir alle Prompts zum Kopieren: vom Einrichten über das Video nach Referenzen bis zum Spot für die eigene Marke. Den Anstoß gab der Guide von SKAILE, der sechs Videos mit genau diesem Werkzeug getestet hat. Die Prompts unten sind meine eigene Fassung davon.
der kern in drei sätzen
HyperFrames ist ein Open-Source-Framework von HeyGen, mit dem Claude Code Videos als HTML baut und als MP4 rendert. Am besten funktioniert ein Ablauf in drei Phasen: Referenzen analysieren, Storyboard abnehmen, erst dann bauen. Ein Video braucht je nach Umfang 25 bis 90 Minuten, in denen Claude allein arbeitet.
Was HyperFrames anders macht
KI-Videomodelle erzeugen Bilder aus Rauschen. Gefällt dir eine Szene nicht, würfelst du neu und hoffst, dass der Rest gleich bleibt. HyperFrames geht den umgekehrten Weg. Jede Szene ist eine HTML-Komposition mit Zeitangaben, Animationen laufen über GSAP, CSS oder andere Bibliotheken. Ein Renderer spielt diese Seite Bild für Bild ab und schreibt daraus ein Video.
Das hat drei Folgen, die im Alltag zählen. Typografie bleibt scharf und exakt, weil sie Text ist und kein gemaltes Bild. Farben und Schriften kommen aus deiner Marke, nicht aus dem Zufall. Und jede Änderung ist gezielt: Du sagst „der Titel steht eine halbe Sekunde zu kurz“, Claude ändert genau diese Zeile und rendert neu.
HyperFrames steht unter Apache-2.0 und ist kostenlos. Du brauchst Node.js ab Version 22 und FFmpeg. Kosten entstehen nur durch dein Claude-Abo und, falls du willst, durch Dienste für Stimme und Musik.
Der Ablauf: Referenz, Storyboard, Video
Der häufigste Fehler ist ein Prompt, der sofort losbauen lässt. Claude interpretiert dann deine Idee, baut 40 Minuten und liefert etwas, das handwerklich sauber ist, aber nicht das, was du im Kopf hattest. Besser ist ein fester Halt nach dem Storyboard.
Der Ablauf
Der wichtigste Schritt ist ein Halt: Vor dem Storyboard wird nichts gebaut.
- 01Referenzen lesen
yt-dlp lädt, FFmpeg misst Schnitte und zieht Standbilder. Claude sieht jeden Kontaktbogen an.
Claude - 02Storyboard
Eine Tabelle: Szene, Zeit, Bild, Text, Bewegung, Ton, Referenz. Gebaut wird noch nichts.
Claude - 03Dein OK
Du änderst die Tabelle, bis sie passt. Erst dann beginnt der Bau.
du - 04Bauen und rendern
HyperFrames baut Szene für Szene als HTML und rendert eine MP4 nach final/.
Claude - 05Selbstprüfung
Kontaktbogen des Ergebnisses: kein Schwarzbild, Text lesbar, Timing wie geplant.
Claude
Feedback läuft danach wie ein Code-Review: Du nennst, was nicht passt, Claude ändert genau das und rendert neu.
In Phase 1 bekommt Claude ein bis drei Videos, die dir gefallen. Es lädt sie mit yt-dlp herunter, misst mit FFmpeg Länge und Schnitte und zieht ein Standbild pro Sekunde. Aus diesen Standbildern legt es Kontaktbögen an und beschreibt danach, was die Vorlage ausmacht: Tempo, Schnittlänge, Typografie, Farben, Bewegung, Kamera. Das ist der Teil, den du sonst selbst im Kopf machst, wenn du sagst „so ungefähr wie das Apple-Video“.
In Phase 2 entsteht das Storyboard als Tabelle. Hier sparst du die meiste Zeit. Eine Zeile in der Tabelle zu ändern kostet Sekunden, eine fertig gerenderte Szene umzubauen kostet Minuten.
Die Prompts zum Kopieren
Alle Prompts sind für Claude Code gedacht und folgen drei Schritten. Schritt 1 richtest du einmal ein. Für jedes Video legst du in Schritt 2 einen eigenen Ordner an und startest Claude Code. In Schritt 3 fügst du einen Prompt ein: „Referenz → Video“ für eigene Vorlagen oder einen der sechs Prompts aus dem SKAILE-Test. Fülle die eckigen Klammern aus und kopiere den Text über das Symbol rechts oben.
Prompts zum Kopieren
Prompt wählen, Klammern ausfüllen, in Claude Code einfügen.
Schritt 1einmal einrichten
Schritt 2für jedes Video
Schritt 3Prompt einfügen: sechs Videos, sechs Prompts
Der Prompt für eigene Videos nach Vorlagen: erst Referenzen lesen, dann Storyboard, gebaut wird erst nach deinem OK.
Bau mit HyperFrames ein Motion-Design-Video nach meinen Referenzen. Arbeite in drei Phasen. Nach Phase 2 hältst du an, bis ich OK sage. Referenzen: [1 bis 3 Links oder Dateipfade zu Videos, die mir gefallen] Idee: [Thema, Zielgruppe, Länge, 16:9 oder 9:16] Rahmen: [Stimmung, Farben mit Hex-Codes, Schriften, Text im Bild, was auf keinen Fall vorkommen darf] Phase 1: Referenzen lesen - Lade Links mit yt-dlp in den Ordner `referenzen/`, Dateien nimmst du direkt. Fehlt ein Werkzeug, frag vor der Installation. Klappt ein Download nicht, bitte mich um die Datei. - Miss mit FFmpeg Länge, Format und Schnitte (Szenenerkennung). Zieh ein Standbild pro Sekunde und eins an jedem Schnitt und leg sie mit Zeitstempel als Kontaktbogen ab. Sieh dir jeden Kontaktbogen wirklich an. - Beschreib pro Referenz in wenigen Zeilen: Tempo und Schnittlänge, Typografie, Farben, Bewegung und Übergänge, Kamera, Aufbau von Anfang bis Ende. Phase 2: Storyboard - Bau ein Storyboard als Tabelle: Szene, Zeit von bis, Bild, Text im Bild, Bewegung und Übergang, Ton, Referenz, die Pate steht. - Übernimm Machart und Tempo der Referenzen, nie ihre Logos, Texte oder Marken. Der Inhalt kommt aus meiner Idee. - Bau noch nichts. Warte auf mein OK. Will ich etwas ändern, überarbeite nur die Tabelle. Phase 3: Video - Prüf zuerst, ob HyperFrames eingerichtet ist. Wenn nicht, richte es nach https://github.com/heygen-com/hyperframes ein. - Bau das Video Szene für Szene nach Storyboard und rendere eine MP4 nach `final/`. - Für den Ton nimm, was bei mir eingerichtet ist. Bevor du einen bezahlten Dienst nutzt, frag mich. - Prüf das Ergebnis selbst, bevor du es mir gibst: Kontaktbogen deines Videos ansehen, kein schwarzes Bild, Text lesbar und nicht abgeschnitten, Timing wie im Storyboard. Dann nenn mir den Pfad. Danach gebe ich Feedback. Du änderst genau das, renderst neu und sagst in einem Satz, was sich geändert hat.
Fassung nach den Prompts von motion.skaile.de (Stand 14. Oktober 2026) und der HyperFrames-Anleitung auf GitHub. Eckige Klammern sind Platzhalter.
„Referenz → Video“ arbeitet mit dir zusammen und hält nach dem Storyboard an. Die sechs Prompts 01 bis 06 sind für Läufe gedacht, bei denen Claude allein durcharbeitet. An sie hängst du den Rahmen an. Er legt Ordner, Format, Tonquellen und eine Obergrenze für bezahlte Credits fest. Die Spots für Notion, MyFitnessPal und Obsidian sind Übungen, um zu sehen, wie gut Claude eine bekannte Marke trifft. Veröffentlichen solltest du nur Spots für deine eigene Marke.
Wie lange das dauert
SKAILE hat sechs Videos mit Claude Opus 5.5 auf dem höchsten Aufwand gebaut und die Zeiten veröffentlicht. Die Spanne reicht von 26 Minuten für einen einfachen Werbespot bis 87 Minuten für einen App-Spot mit 3D-iPhones und KI-Stimme.
Sechs Testläufe, Bauzeit
Im Schnitt rund 55 Minuten pro Video, ohne dass jemand danebensitzt.
- Showreel31 s Video44 min
- Werbespot Notion (Übung)30 s Video26 min
- App-Spot MyFitnessPal (Übung)30 s Video87 min
- Werbespot Obsidian (Übung)30 s Video62 min
- Spot für die eigene Marke30 s Video54 min
- Erklärvideo Surfwellen67 s Video59 min
Die Markenspots für Notion, MyFitnessPal und Obsidian waren Übungen. Für echte Werbung nimmst du deine eigene Marke oder holst dir die Erlaubnis.
Quelle: motion.skaile.de, sechs Sitzungen mit Claude Opus 5.5 auf Aufwand extra high, Stand 14. Oktober 2026.
Für die Planung heißt das: Starte einen Lauf, bevor du in ein Meeting gehst, und schau danach auf das Ergebnis. Eine lange Sitzung auf hohem Aufwand verbraucht viel vom Nutzungslimit. Wer regelmäßig Videos baut, sollte das in der Wahl des Abos mitdenken. Was sich dort gerade geändert hat, steht im Beitrag „Your 5-hour limit has been removed“.
Was ein gutes von einem mittelmäßigen Video trennt
Aus den Tests und meinen eigenen Läufen bleiben vier Punkte, die den Unterschied machen.
- Ziel und Anspruch klar nennen. Der Satz „Geh wirklich all out“ am Ende klingt banal, verändert das Ergebnis aber spürbar. Claude nimmt sich mehr Zeit für Details und Übergänge.
- Die eigene Marke genau beschreiben. Bekannte Marken recherchiert Claude selbst. Über deine Marke findet es wenig. Gib Farben mit Hex-Codes, Schriften, Logo-Datei und Bildsprache mit, und schreib dazu, was die Marke nie sein soll.
- Eine Tonquelle verbinden. Ohne Stimme, Musik oder Soundbibliothek erzeugt Claude Töne im Code. Das funktioniert, klingt aber dünner. Schon ein Ordner mit freien Soundeffekten hebt das Ergebnis.
- Feedback wie ein Review geben. Weil alles Code ist, kannst du sehr konkret werden: Szene 3 zwei Sekunden kürzer, Logo kleiner, Übergang weicher. Claude ändert genau das und nichts sonst.
Abnahme
Sechs Prüfungen, bevor ein Video den Ordner verlässt.
- Kontaktbogen angesehenEin Standbild pro Sekunde. Sprünge, Lücken und Wiederholungen siehst du auf einen Blick.
- Kein SchwarzbildVor allem an Szenenübergängen und ganz am Anfang und Ende.
- Text lesbarGroß genug, lange genug im Bild, nichts am Rand abgeschnitten.
- Timing wie im StoryboardSzenenlängen gegen die Tabelle geprüft, nicht nach Gefühl.
- Ton trägt das BildOhne Soundquelle erzeugt Claude Töne im Code. Das klingt dünner.
- Markenrechte klarEigene Marke oder schriftliche Erlaubnis für eine fremde.
Ein Punkt gehört vor jede Veröffentlichung: Spots für fremde Marken sind Übungen. Für echte Werbung brauchst du deine eigene Marke oder eine schriftliche Erlaubnis. Das gilt auch für Logos, Musik und Stimmen, die du nicht selbst lizenziert hast.
Wofür ich es im Unternehmen einsetzen würde
Für Unternehmen ist HyperFrames weniger ein Spielzeug für Showreels als ein Werkzeug für wiederkehrende Formate. Ein Erklärvideo pro neuem Angebot, ein kurzer Clip zu jedem Blogbeitrag, ein Produktspot pro Release. Wer einmal Storyboard-Vorlage, Markenbeschreibung und Rahmen festgelegt hat, baut das nächste Video mit einem Bruchteil des Aufwands.
Der Engpass verschiebt sich dabei. Nicht mehr das Handwerk im Schnittprogramm bremst, sondern die Klarheit der Idee: Was soll der Zuschauer nach 30 Sekunden wissen oder tun? Diese Frage beantwortet kein Werkzeug für dich.
Häufige Fragen
Was ist HyperFrames?
Ein Open-Source-Framework von HeyGen unter Apache-2.0. Videos entstehen als HTML-Kompositionen mit Zeitangaben und werden Bild für Bild zu einer MP4 gerendert. Claude Code schreibt diese Kompositionen über die HyperFrames-Skills.
Was kostet Motion Design mit Claude Code?
HyperFrames ist kostenlos. Claude Code gibt es ab dem Pro-Plan, lange Sitzungen auf hohem Aufwand verbrauchen aber viel Nutzungslimit. Stimmen und Musik kosten Credits beim jeweiligen Anbieter, freie Soundeffekte nichts.
Wie lange braucht Claude für ein Video?
In den sechs veröffentlichten Tests von SKAILE zwischen 26 und 87 Minuten für 30 bis 67 Sekunden Video. Claude arbeitet in dieser Zeit allein, du musst nicht danebensitzen.
Was brauche ich auf meinem Rechner?
Claude Code, Node.js ab Version 22 und FFmpeg. Für Videos nach Referenzen zusätzlich yt-dlp. Den Einrichtungs-Prompt oben kannst du Claude die Installation erledigen lassen, es fragt vor jedem Schritt.
Darf ich Spots für fremde Marken veröffentlichen?
Nur mit Erlaubnis der Marke. Zum Üben sind fremde Marken gut geeignet, für echte Werbung nimmst du deine eigene oder holst dir die Freigabe.
Was ist der Unterschied zu KI-Videomodellen?
Videomodelle erzeugen Bilder aus Rauschen, eine Änderung heißt neu würfeln. Bei HyperFrames ist jede Szene Code. Du änderst gezielt eine Stelle, der Rest bleibt exakt gleich, und Text bleibt scharf.
Quellen und Stand
Stand: 1. November 2026.
- HeyGen: HyperFrames auf GitHub (Lizenz Apache-2.0, Installation, Voraussetzungen), abgerufen am 1. November 2026.
Bildhinweis: Beide Bildmotive sind KI-generiert (Nano Banana 2.1 über Magnific) und für diesen Beitrag erstellt. Die Grafiken sind eigene Darstellungen, die Bauzeiten stammen aus dem SKAILE-Test (Stand 14. Oktober 2026).


