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16. Oktober 2026KIDigitalisierung

Agentic AI: Zehn Konzepte, die KI-Agenten 2027 zuverlässig machenAgentic AI: ten concepts that make AI agents reliable in 2027

Ein KI-Agent ist so gut wie das System um das Modell herum. Zehn Konzepte von Harness bis Tracing, mit Beispielen aus meinem eigenen Agenten-Setup und einem 90-Tage-Plan für den Mittelstand.An AI agent is only as good as the system around the model. Ten concepts from harness to tracing, with examples from my own agent setup and a 90-day plan for mid-sized companies.

Die meisten KI-Agenten scheitern nicht am Modell. Sie scheitern an dem, was um das Modell herum fehlt. Eine Schleife ohne Abbruch läuft die ganze Nacht, ein Werkzeug mit Schreibrechten ändert Daten, die es nur lesen sollte. Ich betreibe seit Monaten ein eigenes Agenten-Setup für Webseiten, Server und Texte. Fast jeder Fehler, den ich dort gesehen habe, war ein Systemfehler. Die Antwort des Modells war in der Regel plausibel.

Ein Gyroskop aus mehreren ineinanderliegenden Messingringen um einen leuchtenden Kern, schwebend vor schwarzem Hintergrund
Ein Agent ist ein Kern mit vielen Ringen. Erst die Ringe halten ihn im Gleichgewicht. Titelbild KI-generiert, als solches gekennzeichnet.

Dieser Beitrag ordnet die zehn Konzepte, die aus einem Sprachmodell einen verlässlichen Agenten machen. Zu jedem Konzept gibt es eine Erklärung, eine Grafik, eine Prüffrage für dein eigenes Vorhaben und ein Beispiel aus meinem Setup. Die Reihenfolge folgt dem Weg einer Aufgabe durch das System. Am Ende steht ein 90-Tage-Plan, mit dem ein mittelständisches Unternehmen den ersten Agenten sauber an den Start bringt. Die Inhalte gibt es zusätzlich als Präsentation mit 31 Folien.

Was Agentic AI von einem Chatbot unterscheidet

Agentic AI bezeichnet KI-Systeme, die ein Ziel in mehreren Schritten selbst verfolgen. Ein Chatbot bekommt eine Frage und gibt eine Antwort. Ein Agent bekommt eine Aufgabe, plant Schritte, ruft Werkzeuge auf, liest das Ergebnis und entscheidet, was als Nächstes passiert. Er arbeitet in einer Schleife, bis die Aufgabe erledigt ist oder eine Grenze greift.

Anthropic beschreibt in seinem Leitfaden Building effective agents den Unterschied so: Workflows folgen vorgegebenen Pfaden, Agenten steuern ihren Weg selbst. Der Leitfaden empfiehlt, mit dem einfachsten System anzufangen, das die Aufgabe löst, und Komplexität erst dann hinzuzufügen, wenn sie messbar hilft.

Die folgende Grafik zeigt den Aufbau als System. In der Mitte arbeitet das Modell in seiner Schleife. Die zehn Konzepte liegen als Ringe darum. Wähle einen Ring, um zu sehen, wofür er zuständig ist.

das system · zehn ringe um eine schleife

Das Modell entscheidet. Die zehn Ringe darum entscheiden, ob es gut ausgeht.

Harness Engineering

Wie wird eine Entscheidung sicher ausgeführt?

  • Wiederholung und Rückfall
  • abgeschottete Ausführung
  • Raten- und Kostenlimits
  • geordneter Rückfall

Warum Systemdenken bei KI-Agenten jetzt zählt

Gartner erwartet, dass bis Ende 2027 mehr als 40 Prozent aller Agentic-AI-Projekte abgebrochen werden. Als Gründe nennt das Analysehaus steigende Kosten, unklaren Nutzen und unzureichende Risikokontrollen. Alle drei Gründe liegen im System, keiner im Modell. In derselben Prognose schätzt Gartner, dass von tausenden Anbietern nur etwa 130 echte agentische Fähigkeiten liefern. Der Rest benennt vorhandene Chatbots und Automatisierungen um.

Gleichzeitig wächst, was Agenten leisten können. Das Forschungsinstitut METR misst, wie lange Aufgaben dauern dürfen, die ein Modell mit 50 Prozent Erfolgsquote erledigt. Diese Spanne hat sich seit 2019 etwa alle sieben Monate verdoppelt. Längere Aufgaben bedeuten mehr Schritte, mehr Werkzeugaufrufe und mehr Gelegenheiten für Fehler. Je länger ein Agent arbeitet, desto mehr entscheidet das System über das Ergebnis.

In Deutschland ist KI im Alltag der Unternehmen angekommen. Laut Bitkom setzen 57 Prozent der Unternehmen ab 20 Beschäftigten KI ein, befragt wurden 603 Unternehmen im Sommer 2026. Neun von zehn sehen sich dabei noch am Anfang. Der nächste Schritt vom Assistenten zum Agenten ist für viele genau jetzt die Frage.

die lage · stand oktober 2026

Agenten können mehr. Die Projekte scheitern trotzdem am System.

Agentic-AI-Projekte, die bis Ende 2027 abgebrochen werden> 40 %Gartner, Prognose vom 25.06.2025
Anbieter mit echten agentischen Fähigkeitenca. 130von tausenden, Schätzung Gartner
Monate, in denen sich die Aufgabenlänge verdoppeltca. 7METR, Trend seit 2019
Unternehmen in Deutschland, die KI einsetzen57 %Bitkom, 603 Unternehmen, Sommer 2026

1. Harness Engineering: das Gerüst um das Modell

Harness Engineering ist die Arbeit an allem, was zwischen der Entscheidung des Modells und ihrer Ausführung liegt. Das Modell sagt „lies diese Datei“ oder „sende diese Mail“. Das Harness entscheidet, ob, wie oft und unter welchen Bedingungen das passiert. Anthropic hat im November 2025 beschrieben, wie ein gutes Harness lange Aufgaben über viele Kontextfenster trägt: Ein erster Agent richtet die Umgebung ein, jeder weitere Lauf hinterlässt eine Fortschrittsdatei und saubere Commits für den nächsten.

Vier Bausteine gehören in jedes Harness:

  • Wiederholung und Ersatzweg: Ein Werkzeug schlägt fehl, das Harness versucht es nach einer Pause erneut. Bleibt der Fehler, greift ein Ersatzweg oder der Lauf endet mit einer klaren Meldung.
  • Abgeschottete Ausführung: Code und Befehle laufen in einer Sandbox, mit Zugriff nur auf die Verzeichnisse und Netzadressen, die der Auftrag braucht.
  • Raten- und Kostenlimits: Ein Budget je Lauf, je Tag und je Werkzeug. Ohne Budget kann ein Agent in einer Nacht ausgeben, was das Team im Monat einplant.
  • Geordneter Rückfall: Fällt ein Dienst aus, liefert der Agent ein Teilergebnis mit Hinweis. Ein stilles Weiterlaufen ohne Hinweis ist der schlechteste Fall.

harness engineering · drei fälle

Ein gutes Harness erkennst du daran, was passiert, wenn etwas schiefgeht.

  1. Anfrageokeingegangen
  2. Budget prüfenok1,20 € von 5,00 €
  3. Sandboxoknur /projekt, kein Netz
  4. WerkzeugfehlerZeitüberschreitung
  5. Wiederholungwartet2 Versuche mit Pause
  6. ErgebnisersatzwegErsatzquelle, Hinweis

ergebnisTeilergebnis mit Hinweis statt stillem Abbruch.

Beispielwerte. Aufbau nach Anthropic, Effective harnesses for long-running agents, 26.11.2025.

Aus meinem Setup: Mein Review-Agent lief eine Zeit lang gegen ein Modell, das es nicht mehr gab. Jede Anfrage endete mit HTTP 404, alle Reviews scheiterten still. Ein leeres Ergebnis sah aus wie ein sauberes. Seitdem gilt im Harness die Regel, dass eine leere Antwort nie als Befund zählt. Sie ist ein Fehler, bis das Gegenteil belegt ist.

Prüffrage: Was passiert, wenn das wichtigste Werkzeug deines Agenten eine Stunde lang nicht erreichbar ist?

2. Loop Engineering: wann der Agent aufhört

Loop Engineering gestaltet die Schleife aus Handeln, Prüfen und erneutem Handeln. Jede Runde kostet Zeit und Rechenleistung. Eine Schleife ohne Abbruchbedingung ist der häufigste Grund für Agenten, die stundenlang laufen und am Ende nichts liefern.

Eine gute Schleife hat drei Ausgänge. Das Ziel ist erreicht und durch einen Test belegt. Das Budget an Runden, Zeit oder Kosten ist verbraucht. Oder die letzten Runden haben keinen Fortschritt gebracht. Dazu kommt ein klares Rückmeldesignal je Runde: ein Testergebnis, eine Fehlermeldung, eine Zahl. Ohne Signal rät der Agent, ob er näher am Ziel ist.

loop engineering · drei ausgänge

Jede Schleife braucht einen Ausgang, bevor sie startet.

rundenbudget0 von 5

    läuftRunde 1 prüft gegen die Tests …

    Beispielverlauf. Das Signal je Runde ist die Zahl grüner Tests.

    Aus meinem Setup: Jeder Bauschritt hat bei mir eine harte Grenze von drei Runden, je Schritt und je Ziel. Nach der dritten erfolglosen Runde stoppt der Agent und meldet in drei Zeilen Stand, Befund und beste Option. Vorher formuliert er das Erfolgskriterium als Prüfbefehl. Ohne diesen Befehl startet keine Schleife. Die Grenze hat mehr Zeit gespart als jede Prompt-Verbesserung.

    Prüffrage: Kannst du in einem Satz sagen, woran dein Agent erkennt, dass er fertig ist?

    3. Context Engineering: was das Modell bei jedem Schritt sieht

    Context Engineering entscheidet, welche Informationen bei jedem Schritt im Kontextfenster stehen. Anthropic nennt den Kontext eine endliche Ressource mit abnehmendem Grenznutzen und rät zur kleinsten Menge an Informationen mit hoher Aussagekraft. Das klingt selbstverständlich, wird aber bei Agenten schnell verletzt. Jeder Werkzeugaufruf hängt Ergebnisse an, jede Runde verlängert den Verlauf.

    Wie stark das wirkt, hat das Datenbank-Unternehmen Chroma im Juli 2025 gemessen. In der Studie Context Rot wurden 18 Sprachmodelle mit wachsender Eingabelänge getestet. Bei allen sank die Leistung, auch bei einfachen Aufgaben. Ein längerer Kontext ist also nicht automatisch ein besserer Kontext.

    Drei Techniken helfen. Verdichten: Alte Runden werden zu einer Zusammenfassung, die nur Entscheidungen und offene Punkte behält. Nachladen statt vorladen: Der Agent bekommt Dateipfade und Suchwerkzeuge und holt Inhalte erst, wenn er sie braucht. Gewichten: Aktuelle Informationen haben Vorrang, außer eine ältere Regel ist ausdrücklich dauerhaft gültig.

    context engineering · runde 40 eines langen laufs

    Der Verlauf frisst das Fenster, wenn niemand aufräumt.

    Belegung des Kontextfensters in tausend Tokens
    Teiltausend Tokens
    Anweisungen4
    Werkzeugbeschreibungen14
    Verlauf118
    abgerufene Daten40
    aktuelle Aufgabe2
    belegt von 200178

    Beispielwerte für ein Fenster mit 200.000 Tokens. Hintergrund: Chroma, Context Rot, 14.07.2025.

    Aus meinem Setup: Meine Agenten lesen Dateien über ein Werkzeug, das unveränderte Inhalte beim zweiten Lesen auf wenige Zeichen kürzt. Große Ausgaben, etwa Browser-Protokolle über 50 KB, laufen in einer eigenen Sitzung. Die Hauptsitzung bekommt nur das Ergebnis.

    Prüffrage: Welcher Teil deines Kontexts ist nach zehn Runden noch nötig, und wer räumt den Rest weg?

    4. Tool Design: Werkzeuge, die ein Agent richtig benutzt

    Tool Design ist die Gestaltung der Werkzeuge, die ein Agent aufrufen darf. Für ein Modell ist ein Werkzeug nur ein Name, eine Beschreibung und ein Schema. Ist eines davon unklar, ruft der Agent das falsche Werkzeug auf oder füllt die Parameter falsch.

    Anthropic empfiehlt im Beitrag Writing effective tools for agents vier Dinge. Jedes Werkzeug hat einen klaren, eigenen Zweck. Namen tragen ein Präfix, das den Bereich zeigt, etwa crm_kontakt_suchen statt suchen. Antworten sind knapp und enthalten nur, was der Agent für den nächsten Schritt braucht. Fehlermeldungen sagen, was zu tun ist, statt nur einen Code zu nennen. Im selben Leitfaden steht ein Beispiel aus der Praxis: Erst als ein Werkzeug absolute Dateipfade verlangte, machte das Modell keine Pfadfehler mehr.

    tool design · ein werkzeug, zwei fassungen

    Für das Modell ist das Werkzeug nur Name, Beschreibung und Schema.

    so rät der agent

    Name
    suchen
    Beschreibung
    Sucht Daten.
    Eingabe
    query: string
    Fehler
    Error 400

    so findet der agent es

    Name
    crm_kontakt_suchen
    Beschreibung
    Findet Kontakte im CRM nach Name oder Firma. Für Rechnungen: rechnung_suchen.
    Eingabe
    name?: string, firma?: string, max: 1 bis 20
    Fehler
    Kein Treffer für „Mülle“. Meintest du „Müller“? Suche mit firma eingrenzen.

    Eigenes Beispiel nach Anthropic, Writing effective tools for agents, 11.09.2025.

    Bei der Anzahl gilt: Zwanzig ähnliche Werkzeuge verwirren ein Modell stärker als fünf gut getrennte. Das Model Context Protocol, kurz MCP, hat Werkzeuge austauschbar gemacht. Anthropic hat das Protokoll im Dezember 2025 an die Agentic AI Foundation unter dem Dach der Linux Foundation übergeben. Die Auswahl der richtigen Werkzeuge bleibt trotzdem Handarbeit.

    Prüffrage: Würde ein neuer Kollege anhand von Name und Beschreibung allein verstehen, was das Werkzeug tut?

    5. Memory Architecture: was ein Agent behält

    Memory Architecture regelt, was ein Agent über eine Sitzung hinaus behält und wie er es wiederfindet. Das Kontextfenster ist das Arbeitsgedächtnis. Es endet mit der Sitzung. Alles, was länger halten soll, braucht einen eigenen Speicher.

    Drei Ebenen haben sich bewährt. Das Arbeitsgedächtnis hält die laufende Aufgabe. Strukturierte Notizen halten Fortschritt und offene Punkte über mehrere Läufe, etwa als Fortschrittsdatei. Das Langzeitgedächtnis hält Regeln, Entscheidungen und Fakten, die auch in Wochen noch gelten. Die schwierigste Frage ist dabei, was nicht gespeichert wird. Ein Gedächtnis voller Zwischenstände wird zum Kontextproblem der nächsten Sitzung.

    memory architecture · drei ebenen

    Je länger etwas halten soll, desto strenger die Regel fürs Schreiben.

    1. 1Arbeitsgedächtniseine Sitzunglaufende Aufgabe, letzte Ergebnisseschreibenräumt die Verdichtung auf
    2. 2Notizenmehrere LäufeFortschritt, offene Punkte, nächster Schrittschreibenschreibt der Agent am Ende jedes Laufs
    3. 3LangzeitgedächtnisWochen bis MonateRegeln, Entscheidungen, geprüfte Faktenschreibennur mit Grund und Anwendungsregel, Falsches wird gelöscht

    Abgerufen wird gezielt: ein kurzer Index im Kontext, die Einträge erst bei Bedarf.

    Aus meinem Setup: Jede Erinnerung ist bei mir eine eigene Datei mit genau einer Tatsache, einem Grund und einer Anwendungsregel. Ein Index mit einer Zeile je Eintrag wird bei jeder Sitzung geladen, die Dateien selbst erst bei Bedarf. Erinnerungen, die sich als falsch herausstellen, werden gelöscht statt ergänzt. Eine Regel, die ich nur mit ausdrücklicher Freigabe ändern darf, trägt eine eigene Markierung.

    Prüffrage: Wer entscheidet in deinem System, dass eine gespeicherte Information veraltet ist?

    6. Orchestration Patterns: ein Agent oder mehrere

    Orchestrierung beschreibt, wie mehrere Agenten oder Arbeitsschritte zusammenarbeiten. Anthropic unterscheidet fünf Muster: Ketten, die Schritte nacheinander abarbeiten, Weichen, die Anfragen an Spezialisten verteilen, parallele Läufe, ein Orchestrator mit Arbeitern und ein Paar aus Erzeuger und Prüfer.

    Mehrere Agenten können viel leisten. Anthropic berichtet, dass ein Recherche-System aus einem leitenden Agenten und mehreren Unteragenten einen einzelnen Agenten in einer internen Bewertung um 90,2 Prozent übertraf. Derselbe Bericht nennt den Preis: Agenten verbrauchen etwa viermal so viele Tokens wie ein Chat, Systeme aus mehreren Agenten etwa fünfzehnmal so viele. Mehr Agenten lohnen sich also nur, wenn die Aufgabe wirklich in unabhängige Teile zerfällt.

    orchestration patterns · fünf muster

    Mehr Agenten heißt mehr Leistung und ein Vielfaches an Tokens.

    Feste Schritte nacheinander, jeder prüft den vorigen.

    tokenbedarfniedrig

    besser als ein Einzelagent in Anthropics Recherche-Bewertung90,2 %Orchestrator mit Unteragenten
    Tokens im Vergleich zu einem Chatca. 15×Systeme aus mehreren Agenten, ein Agent allein ca. 4×

    Anthropic, Building effective agents, 19.12.2024, und How we built our multi-agent research system, 13.06.2025.

    Aus meinem Setup: Bei mir schreibt genau ein Agent, ein zweiter prüft nur lesend. Für jeden Bereich gibt es eine Sperrdatei mit Bereich, Agent, Zeit und Grund. Diese Regel entstand nach einem Vorfall: Zwei Sitzungen arbeiteten im selben Verzeichnis und spielten innerhalb von 70 Sekunden zwei verschiedene Stände auf meine eigene Webseite. Seitdem gilt ein Schreiber je Bereich, ohne Ausnahme.

    Prüffrage: Welche Teilaufgabe deines Agenten könnte wirklich parallel laufen, ohne auf ein anderes Ergebnis zu warten?

    7. Guardrails und Berechtigungen: der Schadensradius

    Guardrails begrenzen, was ein Agent tun darf und was er sehen darf. Die OWASP-Liste der zehn größten Risiken für Sprachmodell-Anwendungen führt dafür seit 2025 den Punkt Excessive Agency: zu viele Funktionen, zu viele Rechte, zu viel Autonomie. Die Empfehlung ist eindeutig. Rechte werden im Zielsystem durchgesetzt, nicht im Prompt. Ein Satz wie „lösche niemals Dateien“ ist eine Bitte, keine Sperre.

    Hilfreich ist der Gedanke des Schadensradius. Für jede Aktion fragst du, was im schlimmsten Fall passiert und ob es sich rückgängig machen lässt. Lesen hat einen kleinen Radius. Schreiben in einem Entwurf auch. Schreiben in einem Live-System, Geld bewegen oder eine Mail an Kunden senden haben einen großen Radius und brauchen eine Freigabe oder eine technische Sperre. Eingaben von außen, etwa Webseiten oder Mails, behandelt der Agent als Daten, nie als Anweisung.

    guardrails · schadensradius

    Je größer der Radius, desto weiter weg vom Prompt sitzt die Sperre.

    • lesen
    • entwurf schreiben
    • live schreiben
    • unumkehrbar

    Mail an Kunden senden

    Radius: unumkehrbar

    kontrolleMensch entscheidet, technisch gesperrt

    Einordnung nach OWASP LLM06:2025 Excessive Agency: Rechte im Zielsystem durchsetzen, nicht im Prompt.

    Aus meinem Setup: Ein Hook sperrt jedes Deploy-Skript und jeden Neustart eines Dienstes, solange in der Sitzung keine Freigabeprüfung gelaufen ist. Der prüfende Agent hat keine Schreibrechte. Ein Synchronisationsbefehl mit Löschoption ist auf Live-Verzeichnissen per Regel verboten, seit ein Agent damit einen Live-Stand zurückgedreht hat.

    Prüffrage: Welche Aktion deines Agenten lässt sich nicht rückgängig machen, und wer gibt sie frei?

    8. Evals für Agenten: testen, bevor du vertraust

    Evals sind wiederholbare Tests, die zeigen, ob ein Agent eine Aufgabe zuverlässig löst. Anthropic unterscheidet zwei Blickwinkel: den Verlauf eines Laufs mit allen Werkzeugaufrufen und das Ergebnis, also den Zustand am Ende. Die Empfehlung lautet, eher das Ergebnis zu bewerten als den Weg. Ein Agent darf einen anderen Pfad nehmen als erwartet, wenn das Ergebnis stimmt.

    Für den Start braucht es keine hunderte Aufgaben. Anthropic nennt 20 bis 50 einfache Aufgaben, die aus echten Fehlern stammen, als guten Anfang. Wird ein Sprachmodell als Bewerter eingesetzt, muss es eng an menschlichen Fachleuten kalibriert sein, mit einer eigenen Bewertungsregel je Dimension.

    Zwei Kennzahlen zeigen, warum Zuverlässigkeit bei Agenten anders zu messen ist. pass@k ist die Wahrscheinlichkeit, dass mindestens einer von k Versuchen gelingt. pass^k ist die Wahrscheinlichkeit, dass alle k Versuche gelingen. Für einen Agenten, der jeden Tag dieselbe Aufgabe erledigt, zählt die zweite Zahl. Die Grafik rechnet das für einen Agenten durch, der einen einzelnen Versuch zu 80 Prozent besteht.

    evals · rechenbeispiel mit 80 % je versuch

    Einmal klappt fast immer. Achtmal hintereinander klappt selten.

    Linienchart: pass@k steigt von 80 auf fast 100 Prozent, pass^k fällt von 80 auf 16,8 Prozent bei acht Versuchen
    Kategoriepass@k: mindestens einer gelingtpass^k: alle gelingen
    k = 180 %80 %
    k = 296 %64 %
    k = 399,2 %51,2 %
    k = 499,8 %41 %
    k = 5100 %32,8 %
    k = 6100 %26,2 %
    k = 7100 %21 %
    k = 8100 %16,8 %
    • pass@k: mindestens einer gelingt
    • pass^k: alle gelingen

    bei acht versuchenpass@k 99,9997 %, pass^k 16,8 %

    Rechenbeispiel: pass@k = 1 − 0,2^k, pass^k = 0,8^k. Begriffe nach Anthropic, Demystifying evals for AI agents, 09.01.2026.

    Aus meinem Setup: Zwei meiner Prüfberichte meldeten einmal „0 gegen 0: bestanden“. Die Prüfung hatte keine Daten bekommen und deshalb nichts gefunden. Seitdem nennt jede Prüfung zuerst ihre Grundmenge. Ist sie leer, lautet das Ergebnis „nicht prüfbar“. Und jede Prüfung muss einmal absichtlich rot werden, bevor ich ihr glaube.

    Prüffrage: Welche zehn Aufgaben aus den letzten Fehlern deines Teams würdest du als erste Testsammlung nehmen?

    9. Human in the Loop: wo der Mensch entscheidet

    Human in the Loop heißt, dass ein Mensch an festgelegten Stellen prüft, freigibt oder übernimmt. Das ist kein Misstrauensvotum gegen den Agenten, es verteilt Verantwortung nach Risiko. Die Gefahr liegt woanders: Muss der Mensch jede Kleinigkeit abnicken, wird er zum Engpass und gibt irgendwann ungeprüft frei.

    Eine einfache Regel hilft: Je größer der mögliche Schaden und je schwerer er umzukehren ist, desto früher kommt der Mensch ins Spiel. Bei kleinen, umkehrbaren Aktionen reicht eine Stichprobe. Bei großen, endgültigen Aktionen entscheidet der Mensch, der Agent bereitet vor. Für die Übergabe braucht der Mensch eine Zusammenfassung mit Entscheidungsvorlage, keinen Verlauf mit 200 Zeilen.

    human in the loop · zwei fragen

    Der Mensch kommt dort ins Spiel, wo Fehler groß und endgültig sind.

    Zeilen: Schaden groß oder klein. Spalten: Aktion leicht oder schwer umkehrbar. Je Feld die passende Aufsicht und ein Beispiel.
    leicht umkehrbarschwer umkehrbar
    großer schadenAgent handelt, Mensch prüft danachz. B. Entwurf eines AngebotsMensch gibt vor der Ausführung freiz. B. Preisänderung im Shop
    kleiner schadenAgent handelt allein, Stichprobez. B. Anfragen vorsortierenAgent handelt, mit Rücknahme und Protokollz. B. Termin verschieben

    Bei der Übergabe bekommt der Mensch eine Zusammenfassung mit Entscheidungsvorlage, keinen Verlauf mit 200 Zeilen.

    Rechtlich bekommt das Thema ein Datum. Der EU AI Act verlangt in Artikel 14 für Hochrisiko-Systeme eine wirksame menschliche Aufsicht, inklusive der Möglichkeit, das System anzuhalten. Mit dem AI Omnibus, in Kraft seit 27.07.2026, gelten die Pflichten für eigenständige Hochrisiko-Systeme ab 02.12.2027. Ein Agent in der Bewerberauswahl oder bei der Kreditprüfung fällt darunter, ein Agent für Blogtexte nicht.

    Prüffrage: Bei welchen Entscheidungen deines Agenten musst du heute schon einen Menschen benennen können, der sie verantwortet?

    10. Observability und Tracing: sehen, was der Agent tut

    Observability bedeutet, dass jeder Schritt eines Agenten nachvollziehbar aufgezeichnet wird. Ein Trace zeigt die Kette aus Modellaufrufen, Werkzeugaufrufen und Ergebnissen mit Dauer, Tokens und Kosten. Wer keinen Trace hat, rät bei jedem Fehler. Mit Trace suchst du eine Zeile und findest sie.

    Das Projekt OpenTelemetry arbeitet an einheitlichen Begriffen für solche Aufzeichnungen, etwa invoke_agent für den Agentenlauf und execute_tool für einen Werkzeugaufruf. Die Konventionen sind noch im Status „Development“, also nicht endgültig. Für den Start reichen vier Kennzahlen: Erfolgsquote, Dauer je Aufgabe, Kosten je Aufgabe und Anteil der Läufe, die ein Mensch korrigieren musste. Dazu kommen Warnungen, wenn eine Zahl aus ihrem üblichen Band läuft.

    observability · ein lauf, sieben spans

    Im Trace ist ein Fehler eine Zeile, die du findest.

    1. invoke_agent angebot_vorbereiten14,2 s
    2. chat · plan1,7 s
    3. execute_tool crm_kontakt_suchen1,3 s
    4. execute_tool preisliste_lesen3,1 s
    5. execute_tool preisliste_lesen · wiederholung1,4 s
    6. chat · entwurf3,8 s
    7. execute_tool entwurf_speichern1,1 s
    dauer
    14,2 s
    tokens
    38.400
    kosten
    0,31 €
    fehler
    1, behoben

    Beispielwerte. Span-Namen nach den OpenTelemetry GenAI Semantic Conventions, Status Development.

    Aus meinem Setup: Eine Deploy-Prüfung meldete einmal grün, weil die Seite mit HTTP 200 antwortete. Ausgeliefert wurde aber eine Fehlerseite, nur eben mit Status 200. Seitdem prüft jede Abnahme einen Inhaltsmarker je Route: einen Satz, der nur auf der richtigen Seite steht. Der Status allein beweist nichts.

    Prüffrage: Findest du in fünf Minuten heraus, welcher Werkzeugaufruf gestern einen falschen Wert geliefert hat?

    Wie die zehn Konzepte zusammenspielen

    Keines der Konzepte wirkt allein. Eine Schleife ohne Evals weiß nicht, wann sie fertig ist. Guardrails ohne Tracing lassen sich nicht prüfen. Ein Gedächtnis ohne Context Engineering füllt das Kontextfenster mit Altlasten. Die folgende Karte zeigt den Weg einer Anfrage durch das System. Wähle ein Element, um seine Verbindungen zu sehen.

    das zusammenspiel · weg einer anfrage

    Jedes Konzept hängt an mindestens zwei anderen.

    Systemkarte in vier Schichten: Eingang mit Anfrage und Eingabefilter, Steuerung mit Schleife, Orchestrierung und Kontext, Ausführung mit Werkzeugen, Gedächtnis und Harness, Kontrolle mit Evals, Tracing und Freigabe durch den Menschen.

    • Eingang: Anfrage (Ein Mensch oder ein System gibt eine Aufgabe mit Ziel und Rahmen.); Eingabefilter (Guardrails prüfen die Eingabe. Fremde Inhalte gelten als Daten, nie als Anweisung.)
    • Steuerung: Schleife (Plant, handelt, prüft. Endet bei Ziel, Budget oder fehlendem Fortschritt.); Orchestrierung (Verteilt Teilaufgaben, wenn sie wirklich unabhängig sind.); Kontext (Wählt bei jedem Schritt aus, was das Modell sieht, und verdichtet Altes.)
    • Ausführung: Werkzeuge (Klar benannt, streng beschrieben, mit Fehlermeldungen, die weiterhelfen.); Gedächtnis (Notizen und Langzeitwissen, gezielt abgerufen und kontrolliert geschrieben.); Harness (Sandbox, Budget, Wiederholung und geordneter Rückfall um jeden Aufruf.)
    • Kontrolle: Evals (Testsammlung aus echten Fehlern, vor jeder Änderung erneut ausgeführt.); Tracing (Jeder Schritt mit Dauer, Tokens und Kosten aufgezeichnet.); Freigabe (Ein Mensch entscheidet bei großem, schwer umkehrbarem Schaden.)

    Verbindungen: von Anfrage zu Eingabefilter, von Eingabefilter zu Schleife, von Schleife zu Kontext, von Schleife zu Orchestrierung, von Kontext zu Gedächtnis, von Schleife zu Werkzeuge, von Werkzeuge zu Harness, von Orchestrierung zu Harness, von Harness zu Tracing, von Schleife zu Evals, von Werkzeuge zu Freigabe, von Tracing zu Evals.

    Element wählen, um seine Verbindungen zu sehen.

    Ein 90-Tage-Plan für den ersten Agenten im Mittelstand

    Für ein mittelständisches Unternehmen ist der beste erste Agent einer mit kleinem Schadensradius und messbarem Nutzen. Gute Kandidaten sind das Vorsortieren eingehender Anfragen, das Vorbereiten von Angeboten aus vorhandenen Vorlagen oder das Prüfen von Rechnungen gegen Bestellungen. Der Plan unten ordnet die zehn Konzepte in die Reihenfolge, in der sie gebraucht werden.

    der plan · 13 wochen

    Erst die Tests, dann der Agent, dann die Freiheit.

    Sechs Phasen über 13 Wochen: Fall und Erfolgskriterium, Testsammlung, Werkzeuge und Rechte, Schleife mit Budget und Tracing, Pilot mit Freigabe, Auswertung und Ausbau.

    1. Woche 1 bis 2 · geplant

      Fall wählen, Erfolg messbar machen

      Kleiner Schadensradius, klarer Nutzen. Das Erfolgskriterium steht als Prüfung fest, bevor gebaut wird.

    2. Woche 3 bis 4 · geplant

      Testsammlung anlegen

      20 bis 50 Aufgaben aus echten Fällen und Fehlern, jede mit erwartetem Ergebnis.

    3. Woche 5 bis 6 · geplant

      Werkzeuge und Rechte festlegen

      Wenige, klar beschriebene Werkzeuge. Lesen, Schreiben und Ausführen getrennt, Rechte im Zielsystem.

    4. Woche 7 bis 8 · geplant

      Schleife, Budget und Tracing bauen

      Abbruchbedingungen, Runden- und Kostenbudget, jeder Schritt aufgezeichnet.

    5. Woche 9 bis 10 · geplant

      Pilot mit Freigabe

      Echte Fälle, jede Aktion mit großem Radius geht über einen Menschen.

    6. Woche 11 bis 13 · geplant

      Auswerten und ausbauen

      Erfolgsquote, Kosten je Aufgabe, Korrekturquote. Freigaben lockern, wo die Zahlen es tragen.

    Der wichtigste Punkt steht am Anfang: Bevor ein Agent gebaut wird, steht die Testsammlung. Wer zuerst baut und dann testet, misst am Ende nur, was der Agent ohnehin kann. Wenn du diesen Weg begleitet gehen willst, findest du die Schritte auch in meinem Ansatz zur KI-Beratung vom Geschäftsziel zum Pilot. Wie eine Agenten-Schleife im Detail läuft, beschreibt der Beitrag Die Agent-Schleife.

    präsentation · 31 folien

    Die zehn Konzepte als Präsentation für dein Team.

    Offenes Uhrwerk mit ineinandergreifenden Zahnrädern im warmen LichtBeleuchtete Leitplanke, die durch eine dunkle Landschaft führtGoldene Lichtspur, die eine geschlossene Schleife zeichnet

    Alle Konzepte, Zahlen und Grafiken dieses Beitrags als Folien, mit Sprechernotizen und Vortragsmodus. Bilder KI-generiert, als solche gekennzeichnet.

    Präsentation öffnen

    der Kern in drei Sätzen

    Ein KI-Agent ist ein Sprachmodell in einer Schleife, und seine Zuverlässigkeit entsteht im System darum. Die zehn Konzepte von Harness bis Tracing beantworten jeweils eine Frage: was der Agent darf, was er sieht, wann er aufhört und woran du erkennst, dass er richtig gearbeitet hat. Wer mit Testsammlung, engen Rechten und Aufzeichnung startet, gehört eher nicht zu den 40 Prozent der Projekte, die Gartner bis Ende 2027 scheitern sieht.

    Häufige Fragen

    Was ist Agentic AI?

    Agentic AI bezeichnet KI-Systeme, die ein Ziel in mehreren Schritten selbst verfolgen. Sie planen, rufen Werkzeuge auf, prüfen das Ergebnis und entscheiden über den nächsten Schritt. Ein Chatbot antwortet einmal, ein Agent arbeitet in einer Schleife, bis ein Abbruchkriterium greift.

    Was ist Harness Engineering?

    Harness Engineering ist die Arbeit am Gerüst um das Sprachmodell: Wiederholungen bei Fehlern, eine abgeschottete Ausführungsumgebung, Kosten- und Ratenlimits sowie ein geordneter Rückfall, wenn ein Dienst ausfällt. Das Modell entscheidet, das Harness sorgt dafür, dass seine Entscheidungen sicher und beobachtbar ausgeführt werden.

    Was ist der Unterschied zwischen Prompt Engineering und Context Engineering?

    Prompt Engineering formuliert eine einzelne Anweisung. Context Engineering entscheidet bei jedem Schritt, welche Informationen überhaupt ins Kontextfenster kommen: Anweisungen, Werkzeugbeschreibungen, Verlauf, abgerufene Daten. Bei Agenten, die viele Schritte laufen, ist die zweite Frage die wichtigere.

    Braucht ein mittelständisches Unternehmen mehrere KI-Agenten?

    Meist nicht am Anfang. Ein einzelner Agent mit gut beschriebenen Werkzeugen, klaren Rechten und einer Testsammlung löst die meisten Aufgaben. Mehrere Agenten lohnen sich, wenn Teilaufgaben wirklich parallel laufen können. Sie verbrauchen deutlich mehr Rechenleistung.

    Was verlangt der EU AI Act bei KI-Agenten?

    Für Hochrisiko-Systeme verlangt Artikel 14 eine wirksame menschliche Aufsicht, inklusive der Möglichkeit, das System zu stoppen. Nach dem AI Omnibus, in Kraft seit 27.07.2026, gelten diese Pflichten für eigenständige Hochrisiko-Systeme ab 02.12.2027. Ob ein Agent darunter fällt, hängt vom Einsatzzweck ab, nicht von der Technik.

    Quellen und Stand

    Stand: 16.10.2026, alle Quellen an diesem Tag abgerufen.

    Die Grafiken, die Beispiele aus meinem Setup und der 90-Tage-Plan sind eigene Darstellungen. Die Rechnung zu pass@k und pass^k ist ein Rechenbeispiel, keine Messung.

    Most AI agents do not fail because of the model. They fail because of what is missing around it. A loop without a stop condition runs all night, a tool with write access changes data it was only supposed to read. I have been running my own agent setup for websites, servers and texts for months. Almost every failure I saw there was a system failure. The model's answer was usually plausible.

    A gyroscope made of several nested brass rings around a glowing core, floating in front of a black background
    An agent is a core with many rings. The rings keep it in balance. AI-generated title image, labelled as such.

    This article sorts the ten concepts that turn a language model into a reliable agent. Each concept comes with an explanation, a graphic, a check question for your own project and an example from my setup. The order follows the path of a task through the system. At the end there is a 90-day plan that gets a mid-sized company's first agent off the ground properly. The content is also available as a presentation with 31 slides (in German).

    What separates agentic AI from a chatbot

    Agentic AI describes AI systems that pursue a goal over several steps on their own. A chatbot gets a question and gives an answer. An agent gets a task, plans steps, calls tools, reads the result and decides what happens next. It works in a loop until the task is done or a limit applies.

    In its guide Building effective agents, Anthropic draws the line like this: workflows follow predefined paths, agents direct their own path. The guide recommends starting with the simplest system that solves the task and adding complexity only when it measurably helps.

    The following graphic shows the structure as a system. At the centre, the model works in its loop. The ten concepts sit around it as rings. Select a ring to see what it is responsible for.

    the system · ten rings around one loop

    The model decides. The ten rings around it decide whether it ends well.

    Harness engineering

    How does a decision get executed safely?

    • retries and fallback
    • sandboxed execution
    • rate and cost limits
    • graceful degradation

    Why systems thinking matters for AI agents now

    Gartner expects more than 40 percent of all agentic AI projects to be canceled by the end of 2027. The reasons it names are rising costs, unclear business value and inadequate risk controls. All three sit in the system, none in the model. In the same prediction, Gartner estimates that only about 130 of thousands of vendors deliver real agentic capabilities. The rest rebrand existing chatbots and automation.

    At the same time, what agents can do keeps growing. The research institute METR measures how long tasks can be that a model completes with a 50 percent success rate. That span has doubled roughly every seven months since 2019. Longer tasks mean more steps, more tool calls and more chances for errors. The longer an agent works, the more the system decides the outcome.

    In Germany, AI has arrived in everyday business. According to Bitkom, 57 percent of companies with 20 or more employees use AI; 603 companies were surveyed in summer 2026. Nine out of ten still see themselves at the beginning. For many, the next step from assistant to agent is the question right now.

    the situation · as of october 2026

    Agents can do more. Projects still fail because of the system.

    agentic AI projects canceled by the end of 2027> 40 %Gartner, prediction of 25 June 2025
    vendors with real agentic capabilitiesapprox. 130out of thousands, Gartner estimate
    months for the task length to doubleapprox. 7METR, trend since 2019
    companies in Germany using AI57 %Bitkom, 603 companies, summer 2026

    1. Harness engineering: the scaffold around the model

    Harness engineering is the work on everything between the model's decision and its execution. The model says "read this file" or "send this email". The harness decides whether, how often and under which conditions that happens. In November 2025 Anthropic described how a good harness carries long tasks across many context windows: a first agent sets up the environment, every following run leaves a progress file and clean commits for the next one.

    Four building blocks belong in every harness:

    • Retry and fallback path: a tool fails, the harness tries again after a pause. If the error persists, a fallback path takes over or the run ends with a clear message.
    • Sandboxed execution: code and commands run in a sandbox, with access only to the directories and network addresses the task needs.
    • Rate and cost limits: a budget per run, per day and per tool. Without a budget, an agent can spend in one night what the team plans for a month.
    • Graceful degradation: if a service fails, the agent delivers a partial result with a note. Silently carrying on without a note is the worst case.

    harness engineering · three cases

    You recognise a good harness by what happens when something goes wrong.

    1. Requestokreceived
    2. Check budgetok€1.20 of €5.00
    3. Sandboxokonly /project, no network
    4. Toolerrortimeout
    5. Retrywaiting2 attempts with pause
    6. Resultfallbackfallback source, note

    resultPartial result with a note instead of a silent abort.

    Example values. Structure based on Anthropic, Effective harnesses for long-running agents, 26 November 2025.

    From my setup: For a while, my review agent ran against a model that no longer existed. Every request ended with HTTP 404, all reviews failed silently. An empty result looked like a clean one. Since then the harness has a rule that an empty answer never counts as a finding. It is an error until proven otherwise.

    Check question: What happens if your agent's most important tool is unreachable for an hour?

    2. Loop engineering: when the agent stops

    Loop engineering designs the cycle of acting, checking and acting again. Every round costs time and compute. A loop without a stop condition is the most common reason for agents that run for hours and deliver nothing.

    A good loop has three exits. The goal is reached and proven by a test. The budget of rounds, time or cost is used up. Or the last rounds brought no progress. On top of that comes a clear feedback signal per round: a test result, an error message, a number. Without a signal, the agent guesses whether it is getting closer to the goal.

    loop engineering · three exits

    Every loop needs an exit before it starts.

    round budget0 of 5

      runningRound 1 checks against the tests …

      Example run. The signal per round is the number of green tests.

      From my setup: Every build step has a hard limit of three rounds, per step and per goal. After the third unsuccessful round the agent stops and reports status, finding and best option in three lines. Before that, it phrases the success criterion as a check command. Without that command, no loop starts. The limit has saved more time than any prompt improvement.

      Check question: Can you say in one sentence how your agent knows it is done?

      3. Context engineering: what the model sees at each step

      Context engineering decides which information sits in the context window at each step. Anthropic calls context a finite resource with diminishing marginal returns and advises the smallest possible set of high-signal information. That sounds obvious, but agents break it quickly. Every tool call appends results, every round lengthens the history.

      The database company Chroma measured how strong the effect is in July 2025. Its study Context Rot tested 18 language models with growing input length. Performance dropped for all of them, even on simple tasks. A longer context is not automatically a better context.

      Three techniques help. Compaction: old rounds become a summary that keeps only decisions and open items. Load on demand instead of up front: the agent gets file paths and search tools and fetches content only when it needs it. Weighting: recent information takes priority, unless an older rule is explicitly meant to last.

      context engineering · round 40 of a long run

      History eats the window when nobody cleans up.

      Context window usage in thousands of tokens
      Partthousand tokens
      Instructions4
      Tool descriptions14
      History118
      Retrieved data40
      Current task2
      used of 200178

      Example values for a window of 200,000 tokens. Background: Chroma, Context Rot, 14 July 2025.

      From my setup: My agents read files through a tool that shortens unchanged content to a few characters on the second read. Large outputs, such as browser logs above 50 KB, run in a separate session. The main session only gets the result.

      Check question: Which part of your context is still needed after ten rounds, and who clears away the rest?

      4. Tool design: tools an agent uses correctly

      Tool design is the design of the tools an agent is allowed to call. To a model, a tool is just a name, a description and a schema. If one of them is unclear, the agent calls the wrong tool or fills in the parameters wrongly.

      In Writing effective tools for agents, Anthropic recommends four things. Every tool has a clear, distinct purpose. Names carry a prefix that shows the area, for example crm_contact_search instead of search. Responses are short and contain only what the agent needs for the next step. Error messages say what to do instead of just naming a code. The same guide has a practical example: only when a tool required absolute file paths did the model stop making path errors.

      tool design · one tool, two versions

      To the model, a tool is just a name, a description and a schema.

      how the agent guesses

      Name
      search
      Description
      Searches data.
      Input
      query: string
      Error
      Error 400

      how the agent finds it

      Name
      crm_contact_search
      Description
      Finds CRM contacts by name or company. For invoices: invoice_search.
      Input
      name?: string, company?: string, max: 1 to 20
      Error
      No match for “Mille”. Did you mean “Miller”? Narrow the search with company.

      Own example based on Anthropic, Writing effective tools for agents, 11 September 2025.

      On the number of tools: twenty similar tools confuse a model more than five well separated ones. The Model Context Protocol, MCP for short, has made tools interchangeable. Anthropic handed the protocol over to the Agentic AI Foundation under the Linux Foundation in December 2025. Choosing the right tools is still manual work.

      Check question: Would a new colleague understand what the tool does from its name and description alone?

      5. Memory architecture: what an agent keeps

      Memory architecture defines what an agent keeps beyond a session and how it finds it again. The context window is working memory. It ends with the session. Anything that should last longer needs its own store.

      Three layers have proven useful. Working memory holds the current task. Structured notes hold progress and open items across several runs, for example as a progress file. Long-term memory holds rules, decisions and facts that still apply in weeks. The hardest question is what does not get stored. A memory full of intermediate states becomes the context problem of the next session.

      memory architecture · three layers

      The longer something should last, the stricter the rule for writing it.

      1. 1Working memoryone sessioncurrent task, latest resultswritingcleaned up by compaction
      2. 2Notesseveral runsprogress, open items, next stepwritingwritten by the agent at the end of each run
      3. 3Long-term memoryweeks to monthsrules, decisions, verified factswritingonly with a reason and a usage rule, wrong entries get deleted

      Retrieval is targeted: a short index in the context, the entries only when needed.

      From my setup: Each memory is its own file with exactly one fact, one reason and one usage rule. An index with one line per entry is loaded in every session, the files themselves only when needed. Memories that turn out to be wrong get deleted instead of amended. A rule I may only change with explicit approval carries its own marker.

      Check question: Who decides in your system that a stored piece of information is outdated?

      6. Orchestration patterns: one agent or several

      Orchestration describes how several agents or work steps cooperate. Anthropic distinguishes five patterns: chains that work through steps one after another, routing that hands requests to specialists, parallel runs, an orchestrator with workers, and a pair of generator and evaluator.

      Several agents can achieve a lot. Anthropic reports that a research system with a lead agent and several subagents outperformed a single agent by 90.2 percent in an internal evaluation. The same report names the price: agents use about four times as many tokens as a chat, multi-agent systems about fifteen times as many. More agents only pay off when the task truly splits into independent parts.

      orchestration patterns · five patterns

      More agents mean more performance and a multiple of the tokens.

      Fixed steps one after another, each one checks the previous one.

      token uselow

      better than a single agent in Anthropic's research eval90.2 %orchestrator with subagents
      tokens compared with a chatapprox. 15×multi-agent systems, a single agent approx. 4×

      Anthropic, Building effective agents, 19 December 2024, and How we built our multi-agent research system, 13 June 2025.

      From my setup: Exactly one agent writes, a second one only reviews, read-only. For every area there is a lock file with area, agent, time and reason. The rule came from an incident: two sessions worked in the same directory and pushed two different versions to my own website within 70 seconds. Since then there is one writer per area, no exceptions.

      Check question: Which subtask of your agent could truly run in parallel without waiting for another result?

      7. Guardrails and permissions: the blast radius

      Guardrails limit what an agent may do and what it may see. Since 2025, the OWASP list of the top ten risks for LLM applications has an entry for this, Excessive Agency: too much functionality, too many permissions, too much autonomy. The recommendation is clear. Permissions are enforced in the target system, not in the prompt. A sentence like "never delete files" is a request, not a lock.

      The idea of a blast radius helps. For every action you ask what happens in the worst case and whether it can be undone. Reading has a small radius. So does writing a draft. Writing to a live system, moving money or emailing customers has a large radius and needs approval or a technical lock. Input from outside, such as web pages or emails, is treated by the agent as data, never as an instruction.

      guardrails · blast radius

      The bigger the radius, the further from the prompt the lock has to sit.

      • read
      • write draft
      • write live
      • irreversible

      Send an email to a customer

      Radius: irreversible

      controla human decides, technically locked

      Classification based on OWASP LLM06:2025 Excessive Agency: enforce permissions in the target system, not in the prompt.

      From my setup: A hook blocks every deploy script and every service restart as long as no release check has run in the session. The reviewing agent has no write access. A sync command with a delete option is banned on live directories by rule, ever since an agent used one to roll back a live version.

      Check question: Which action of your agent cannot be undone, and who approves it?

      8. Evals for agents: test before you trust

      Evals are repeatable tests that show whether an agent solves a task reliably. Anthropic distinguishes two angles: the transcript of a run with all tool calls, and the outcome, meaning the state at the end. The recommendation is to grade the outcome rather than the path. An agent may take a different route than expected if the result is right.

      You do not need hundreds of tasks to start. Anthropic names 20 to 50 simple tasks drawn from real failures as a good start. If a language model is used as a grader, it must be closely calibrated against human experts, with a separate rubric per dimension.

      Two metrics show why reliability has to be measured differently for agents. pass@k is the probability that at least one of k attempts succeeds. pass^k is the probability that all k attempts succeed. For an agent that does the same task every day, the second number counts. The graphic works this out for an agent that passes a single attempt 80 percent of the time.

      evals · worked example with 80 % per attempt

      Once almost always works. Eight times in a row rarely does.

      Line chart: pass@k rises from 80 to almost 100 percent, pass^k falls from 80 to 16.8 percent at eight attempts
      Kategoriepass@k: at least one succeedspass^k: all succeed
      k = 180 %80 %
      k = 296 %64 %
      k = 399.2 %51.2 %
      k = 499.8 %41 %
      k = 5100 %32.8 %
      k = 6100 %26.2 %
      k = 7100 %21 %
      k = 8100 %16.8 %
      • pass@k: at least one succeeds
      • pass^k: all succeed

      at eight attemptspass@k 99.9997 %, pass^k 16.8 %

      Worked example: pass@k = 1 − 0.2^k, pass^k = 0.8^k. Terms from Anthropic, Demystifying evals for AI agents, 9 January 2026.

      From my setup: Two of my check reports once said "0 vs 0: passed". The check had received no data and therefore found nothing. Since then every check names its population first. If it is empty, the result is "not checkable". And every check has to turn red on purpose once before I trust it.

      Check question: Which ten tasks from your team's recent failures would you take as your first test set?

      9. Human in the loop: where a human decides

      Human in the loop means a human checks, approves or takes over at defined points. This is not a vote of no confidence in the agent, it distributes responsibility by risk. The danger lies elsewhere: if the human has to sign off every detail, they become a bottleneck and at some point approve without checking.

      A simple rule helps: the larger the possible damage and the harder it is to reverse, the earlier the human comes in. For small, reversible actions a spot check is enough. For large, final actions the human decides and the agent prepares. For the handoff, the human needs a summary with a decision proposal, not a 200-line transcript.

      human in the loop · two questions

      The human steps in where mistakes are large and final.

      Rows: damage large or small. Columns: action easy or hard to reverse. Each cell shows the right oversight and an example.
      easy to reversehard to reverse
      large damageAgent acts, a human checks afterwardse.g. draft of a quoteA human approves before executione.g. price change in the shop
      small damageAgent acts alone, spot checkse.g. pre-sorting enquiriesAgent acts, with undo and a loge.g. moving an appointment

      At handoff, the human gets a summary with a decision proposal, not a 200-line transcript.

      Legally, the topic now has a date. Article 14 of the EU AI Act requires effective human oversight for high-risk systems, including the ability to stop the system. With the AI Omnibus, in force since 27 July 2026, these obligations apply to stand-alone high-risk systems from 2 December 2027. An agent in candidate screening or credit checks falls under this, an agent for blog texts does not.

      Check question: For which of your agent's decisions do you already need to name a human who is accountable?

      10. Observability and tracing: seeing what the agent does

      Observability means every step of an agent is recorded in a traceable way. A trace shows the chain of model calls, tool calls and results with duration, tokens and cost. Without a trace you guess at every error. With a trace you look for a line and find it.

      The OpenTelemetry project is working on common terms for these records, such as invoke_agent for the agent run and execute_tool for a tool call. The conventions are still in "development" status, so not final. Four metrics are enough to start: success rate, duration per task, cost per task and the share of runs a human had to correct. Add alerts when a number leaves its usual band.

      observability · one run, seven spans

      In a trace, an error is a line you can find.

      1. invoke_agent prepare_quote14.2 s
      2. chat · plan1.7 s
      3. execute_tool crm_contact_search1.3 s
      4. execute_tool price_list_read3.1 s
      5. execute_tool price_list_read · retry1.4 s
      6. chat · draft3.8 s
      7. execute_tool draft_save1.1 s
      duration
      14.2 s
      tokens
      38,400
      cost
      €0.31
      errors
      1, resolved

      Example values. Span names follow the OpenTelemetry GenAI semantic conventions, status development.

      From my setup: A deploy check once reported green because the page answered with HTTP 200. What was served, however, was an error page, just with status 200. Since then every acceptance check verifies a content marker per route: a sentence that only appears on the right page. The status alone proves nothing.

      Check question: Could you find out within five minutes which tool call returned a wrong value yesterday?

      How the ten concepts work together

      None of the concepts works alone. A loop without evals does not know when it is done. Guardrails without tracing cannot be verified. Memory without context engineering fills the context window with leftovers. The following map shows the path of a request through the system. Select an element to see its connections.

      how it fits together · path of a request

      Every concept depends on at least two others.

      System map in four layers: input with request and input filter, control with loop, orchestration and context, execution with tools, memory and harness, oversight with evals, tracing and human approval.

      • Input: Request (A person or a system hands over a task with a goal and boundaries.); Input filter (Guardrails check the input. External content counts as data, never as an instruction.)
      • Control: Loop (Plans, acts, checks. Ends at the goal, the budget or when progress stops.); Orchestration (Hands out subtasks when they are truly independent.); Context (Selects what the model sees at each step and compacts old material.)
      • Execution: Tools (Clearly named, strictly described, with error messages that help.); Memory (Notes and long-term knowledge, retrieved on purpose and written under control.); Harness (Sandbox, budget, retries and graceful fallback around every call.)
      • Oversight: Evals (Test set from real failures, rerun before every change.); Tracing (Every step recorded with duration, tokens and cost.); Approval (A human decides when damage is large and hard to reverse.)

      Verbindungen: von Request zu Input filter, von Input filter zu Loop, von Loop zu Context, von Loop zu Orchestration, von Context zu Memory, von Loop zu Tools, von Tools zu Harness, von Orchestration zu Harness, von Harness zu Tracing, von Loop zu Evals, von Tools zu Approval, von Tracing zu Evals.

      Select an element to see its connections.

      A 90-day plan for the first agent in a mid-sized company

      For a mid-sized company, the best first agent has a small blast radius and measurable value. Good candidates are pre-sorting incoming enquiries, preparing quotes from existing templates or checking invoices against purchase orders. The plan below puts the ten concepts in the order in which they are needed.

      the plan · 13 weeks

      Tests first, then the agent, then the freedom.

      Six phases over 13 weeks: case and success criterion, test set, tools and permissions, loop with budget and tracing, pilot with approval, evaluation and expansion.

      1. Weeks 1 to 2 · planned

        Pick a case, make success measurable

        Small blast radius, clear benefit. The success criterion is fixed as a check before anything is built.

      2. Weeks 3 to 4 · planned

        Build the test set

        20 to 50 tasks from real cases and failures, each with an expected result.

      3. Weeks 5 to 6 · planned

        Define tools and permissions

        Few, clearly described tools. Read, write and execute separated, permissions enforced in the target system.

      4. Weeks 7 to 8 · planned

        Build loop, budget and tracing

        Stop conditions, round and cost budget, every step recorded.

      5. Weeks 9 to 10 · planned

        Pilot with approval

        Real cases, every action with a large radius goes through a human.

      6. Weeks 11 to 13 · planned

        Evaluate and expand

        Success rate, cost per task, correction rate. Loosen approvals where the numbers support it.

      The most important point comes first: the test set exists before the agent is built. If you build first and test afterwards, you only measure what the agent can do anyway. If you want support along the way, you will find the steps in my approach to AI consulting from business goal to pilot. How an agent loop works in detail is described in The agent loop.

      presentation · 31 slides, in german

      The ten concepts as a presentation for your team.

      Open watch movement with interlocking gears in warm lightLit guardrail running through a dark landscapeGolden light trail drawing a closed loop

      All concepts, figures and graphics of this article as slides, with speaker notes and presenter mode. The slides are in German. Images AI-generated, labelled as such.

      Open presentation

      the core in three sentences

      An AI agent is a language model in a loop, and its reliability comes from the system around it. The ten concepts from harness to tracing each answer one question: what the agent may do, what it sees, when it stops and how you know it worked correctly. Teams that start with a test set, tight permissions and recording are less likely to end up among the 40 percent of projects Gartner expects to fail by the end of 2027.

      Frequently asked questions

      What is agentic AI?

      Agentic AI describes AI systems that pursue a goal over several steps on their own. They plan, call tools, check the result and decide on the next step. A chatbot answers once, an agent works in a loop until a stop condition applies.

      What is harness engineering?

      Harness engineering is the work on the scaffold around the language model: retries on errors, a sandboxed execution environment, cost and rate limits, and an orderly fallback when a service fails. The model decides, the harness makes sure its decisions run safely and observably.

      What is the difference between prompt engineering and context engineering?

      Prompt engineering phrases a single instruction. Context engineering decides at every step which information enters the context window: instructions, tool descriptions, history, retrieved data. For agents that run many steps, the second question matters more.

      Does a mid-sized company need several AI agents?

      Usually not at the start. A single agent with well-described tools, clear permissions and a test set solves most tasks. Several agents pay off when subtasks can truly run in parallel. They use considerably more compute.

      What does the EU AI Act require for AI agents?

      For high-risk systems, Article 14 requires effective human oversight, including the ability to stop the system. Since the AI Omnibus entered into force on 27 July 2026, these obligations apply to stand-alone high-risk systems from 2 December 2027. Whether an agent falls under them depends on its purpose, not its technology.

      Sources and status

      Status: 16 October 2026, all sources retrieved on that day.

      The graphics, the examples from my setup and the 90-day plan are my own work. The pass@k and pass^k calculation is a worked example, not a measurement.

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