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2. April 2026ConsultingLeanTransformation

Operative Excellence: Durchlaufzeiten um 38 % senkenOperative Excellence: Cutting Lead Times by 38%

Operative Excellence in der Praxis: Wie ein Chemieunternehmen seine Durchlaufzeiten um 38 % reduzierte Operative Excellence ist eines der meistzitierten Ziele in der deutschen Industrie – und gleichzeitig eines der am …A mid-sized chemical company cut its lead times by 38%, not through new technology, but by finally aligning processes, leadership and structure.

kurz gesagt

  • 38 Prozent weniger Durchlaufzeit. Ein mittelständisches Chemieunternehmen erreichte diesen Wert nicht durch neue Technologie, sondern weil Prozesse und Führung endlich zusammenspielten.
  • Das Problem war strukturell, nicht technisch. Abteilungen optimierten sich intern, während der Gesamtfluss litt. Liegezeiten und Übergabeverluste blieben unsichtbar.
  • Der Hebel war eine gemeinsame Sicht. Führung und Prozessverantwortliche mussten erst dasselbe Bild des Wertstroms entwickeln, bevor Verbesserungen griffen.

Die Ausgangssituation: doppelt so lang wie der Branchenschnitt

Das Unternehmen wies Durchlaufzeiten auf, die doppelt so hoch waren wie der Branchendurchschnitt. Auf den ersten Blick ein klassisches Effizienzproblem. Auf den zweiten ein strukturelles: Die vorhandenen Systeme und Prozesse existierten nebeneinander, aber nicht miteinander. Jede Abteilung optimierte sich nach innen, ohne den übergreifenden Fluss zu sehen.

Das ist kein Einzelfall in der produzierenden Industrie. Einzelne Bereiche erreichen hohe lokale Effizienz, während der übergreifende Wertstrom leidet. Das Ergebnis: Liegezeiten an Übergaben, verlorene Informationen zwischen Bereichen und eine Fehlerquote, die niemand wirklich im Griff hat.

Warum neue Technologie das Problem nicht löst

Der erste Reflex vieler Führungskräfte ist, in neue Software oder Digitalisierung zu investieren. Das ist verständlich. Es löst das strukturelle Problem jedoch nicht.

Ein System kann nur abbilden, was als Prozess bereits funktioniert. Wer schlechte Abläufe digitalisiert, bekommt schnelle schlechte Abläufe. Der Schritt vor der Technologie ist das Verstehen des Ist-Zustands: Wo entstehen Liegezeiten? Wo gehen Informationen verloren? Wo prüfen zwei Bereiche dasselbe, ohne voneinander zu wissen? Wie das gelingt, beschreibt der Beitrag Prozessanalyse: Versteckte Zeitverluste sichtbar machen.

Was den Unterschied bei 38 Prozent gemacht hat

Im Chemieunternehmen begann die Arbeit nicht mit Technik, sondern mit Sicht. Führungskräfte und Prozessverantwortliche aus mehreren Abteilungen saßen erstmals gemeinsam an einem Bild des Wertstroms. Nicht an der Version aus dem Qualitätshandbuch, sondern am echten Ablauf, so wie er täglich läuft.

Drei Muster wurden dabei sichtbar: Schnittstellen, an denen Vorgänge warteten, weil Zuständigkeiten unklar waren. Übergaben, bei denen regelmäßig Informationen fehlten und Rückfragen entstanden. Und Prüfschritte, die doppelt ausgeführt wurden, weil Vertrauen zwischen Bereichen fehlte.

Erst mit diesem gemeinsamen Bild konnten die Beteiligten Prioritäten setzen. Die Verbesserungen kamen nicht von außen. Sie kamen von denen, die den Prozess täglich erlebten.

Vorgehen: Schritt für Schritt zur Durchlaufzeitreduktion

  • Wertstrom aufnehmen. Den Weg eines Auftrags vom Eingang bis zur Auslieferung gemeinsam zeichnen. Jeden Schritt, jede Übergabe, jedes beteiligte System.
  • Liegezeiten messen. Für jeden Schritt Bearbeitungszeit und Wartezeit erfassen. Die Größenordnungen reichen, genaue Messgenauigkeit ist nicht nötig.
  • Engpässe priorisieren. Die zwei bis drei Stellen identifizieren, die den größten Anteil der Gesamtdauer tragen.
  • Gemeinsam lösen. Verbesserungen mit den Beteiligten entwickeln, nicht von oben vorschreiben.
  • Führung einbinden. Kennzahlen sichtbar machen und in den Führungsrhythmus einbauen, als Navigationshilfe, nicht als Kontrolle.

Was sich dabei zeigt

Operative Excellence entsteht nicht durch einen einmaligen Projektlauf. Sie entsteht, wenn Führung und Prozessverantwortliche dauerhaft dieselbe Sprache sprechen und Verbesserung als Alltagsarbeit verstehen. Was die strukturellen Voraussetzungen dafür sind, beschreibt der Beitrag Warum Effizienzprogramme scheitern. Wie sich der Verbesserungszyklus dauerhaft verankern lässt, zeigt der Beitrag Operative Excellence: Effizienz dauerhaft verankern.

Das Chemieunternehmen erzielte 38 Prozent weniger Durchlaufzeit nicht durch Investitionen in neue Technik, sondern weil drei Abteilungen aufgehört haben, nebeneinander zu arbeiten.

„Operative Excellence ist kein Methodenproblem. Sie entsteht, wenn Führung und Struktur endlich dieselbe Sprache sprechen." Dieser Satz aus dem Projekt trifft, was viele Programme verfehlen: Methoden helfen. Aber sie helfen erst dann, wenn alle Beteiligten dieselbe Wirklichkeit vor Augen haben.

Drei Fragen für dein Unternehmen

  • Kannst du heute sagen, an welcher Stelle zwischen Auftragseingang und Auslieferung die meiste Zeit verloren geht?
  • Optimiert jede Abteilung für sich, oder gibt es eine gemeinsame Sicht auf den Gesamtfluss?
  • Wann hat dein Führungskreis zuletzt einen echten Prozessablauf gemeinsam betrachtet, nicht die Präsentation dazu?

Mehr zum Aufbau eines dauerhaften Verbesserungssystems findest du unter Transformation und unter Consulting.

in short

  • 38 percent fewer lead times. A mid-sized chemical company achieved this without new technology, by finally aligning processes and leadership.
  • The problem was structural, not technical. Departments optimized internally while the overall flow suffered. Waiting times and handoff losses stayed invisible.
  • The lever was a shared view. Leaders and process owners had to look at the same value stream picture before improvements could take hold.

The starting point: twice the industry average

The company had lead times that were twice the industry average. At first glance a classic efficiency problem. At second glance a structural one: the existing systems and processes ran side by side, not together. Each department optimized inward, without seeing the overall flow.

This pattern is common in manufacturing. Individual areas achieve high local efficiency while the overall value stream suffers. The result: waiting time at handoffs, information lost between departments, and an error rate that nobody really controls.

Why new technology alone does not help

The first instinct of many leaders is to invest in new software or digitalization. That is understandable. It does not solve the structural problem.

A system can only map what already works as a process. Digitalizing a broken process gives you faster broken processes. The step before technology is understanding the current state: where does waiting time build up? Where does information get lost? Where do two departments check the same thing without knowing it? The article Process Analysis: Making Hidden Time Losses Visible explains how to do this.

What made the difference at 38 percent

At the chemical company, work began not with technology but with visibility. Leaders and process owners from several departments sat together for the first time and looked at the same value stream picture. Not the version from the quality manual, but the real flow as it runs every day.

Three patterns became visible: interfaces where work waited because ownership was unclear. Handoffs where information regularly went missing and questions had to be asked back. And review steps that ran twice because trust between departments was lacking.

Only with this shared picture could the participants set priorities. The improvements did not come from outside. They came from the people who ran the process every day.

How to approach lead time reduction

  • Map the value stream. Draw the path of an order from receipt to delivery with everyone involved. Every step, every handoff, every system.
  • Measure waiting time. For each step, capture processing time and waiting time. Order-of-magnitude estimates are enough, precise measurement is not needed.
  • Prioritize bottlenecks. Identify the two or three points that carry the largest share of total duration.
  • Solve together. Develop improvements with the people involved, not by handing down instructions.
  • Anchor leadership. Make metrics visible and build them into the leadership rhythm, as navigation, not as control.

What this shows again and again

Operative excellence is not produced by a one-time project run. It emerges when leadership and process owners consistently speak the same language and treat improvement as daily work. What structural prerequisites look like is covered in Why Efficiency Programs Fail. How to anchor the improvement cycle permanently is covered in Operative Excellence: Making Efficiency Permanent.

The chemical company achieved 38 percent fewer lead times not through investment in new technology, but because three departments stopped working alongside each other.

"Operative excellence is not a method problem. It emerges when leadership and structure finally speak the same language." That sentence from the project captures what many programs miss: methods help. But only once everyone involved looks at the same reality.

Three questions for your business

  • Can you say today where between order receipt and delivery the most time is lost?
  • Does each department optimize for itself, or is there a shared view of the overall flow?
  • When did your leadership team last look at a real process flow together, not just the presentation about it?

More on building a lasting improvement system is available under Transformation and Consulting.

Häufige FragenFrequently asked questions

Was hat das Chemieunternehmen konkret verändert, um 38 Prozent Durchlaufzeit einzusparen?What did the chemical company specifically change to save 38 percent in lead time?

Die Abteilungen haben aufgehört, isoliert zu optimieren. Stattdessen haben Führungskräfte und Prozessverantwortliche gemeinsam den Wertstrom aufgenommen, Liegezeiten gemessen und die zwei bis drei größten Engpässe priorisiert.The departments stopped optimizing in isolation. Instead, leaders and process owners jointly mapped the value stream, measured waiting times and prioritized the two or three biggest bottlenecks.

Wie lange dauert es, bis eine Durchlaufzeitreduktion sichtbar wird?How long does it take for a lead time reduction to become visible?

Das hängt vom Prozess ab. Erste Verbesserungen, etwa durch Bündeln von Freigaben oder Klären von Übergaben, zeigen sich oft innerhalb weniger Wochen. Strukturelle Verbesserungen brauchen einige Monate, bis sie stabil wirken.It depends on the process. First improvements, such as consolidating approvals or clarifying handoffs, often show within a few weeks. Structural improvements need a few months to hold reliably.

Brauche ich externe Berater, um Operative Excellence umzusetzen?Do I need external consultants to implement operative excellence?

Nein. Den Prozess kennen die eigenen Mitarbeitenden am besten. Was hilft, ist eine klare Methode und eine Führung, die Verbesserung als Daueraufgabe versteht, nicht als Projekt, das beginnt und endet.No. The people who know the process best are the ones who work in it every day. What helps is a clear method and leadership that treats improvement as ongoing work, not as a project with a start and end.

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