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31. März 2026consultingleantransformation

Durchlaufzeit senken: 34 % weniger in 8 MonatenCutting lead time: 34 percent less in eight months

Wenn nicht Technologie das Problem ist – sondern unsichtbare Reibung Ein mittelständischer Chemiekonzern mit 2.800 Mitarbeitenden kämpfte jahrelang mit Durchlaufzeiten, die doppelt so lang waren wie der …A chemical company with 2,800 employees cut its lead time by 34 percent in eight months, without new software. The article shows how friction between departments became the real lever.

kurz gesagt

  • 34 % weniger Durchlaufzeit in acht Monaten, ohne neue Software. Der Chemiekonzern mit 2.800 Mitarbeitenden hatte das Problem nicht in der Technologie, sondern zwischen den Abteilungen.
  • Unsichtbare Reibung kostet mehr als jedes ERP-Modul. Ungeklärte Zuständigkeiten und Übergaben, die niemand aktiv gestaltet, sind die häufigste Quelle operativer Ineffizienz.
  • Operational Excellence beginnt mit dem Sehen. Wer die Reibung nicht sichtbar machen kann, hat kein Argument für die Veränderung.

Ein mittelständischer Chemiekonzern mit 2.800 Mitarbeitenden kämpfte jahrelang mit Durchlaufzeiten, die doppelt so lang waren wie der Branchendurchschnitt. Die Führungsebene suchte nach Softwarelösungen, nach neuen ERP-Modulen, nach digitalen Dashboards. Das eigentliche Problem lag nicht in der Technologie. Es lag zwischen den Abteilungen.

Was unsichtbare Reibung wirklich bedeutet

In ungeklärten Zuständigkeiten steckt mehr Durchlaufzeit als in jedem Engpass auf der Produktionslinie. Eine Übergabe, die niemand aktiv gestaltet, ist eine Übergabe, die wartet. Und Warten addiert sich. Bei diesem Konzern gab es Übergaben zwischen Abteilungen, bei denen keine Seite die Verantwortung für den nächsten Schritt übernommen hatte. Jeder hatte seinen Teil erledigt. Niemand hatte das Ganze im Blick.

Hinzu kam eine Kultur, in der Probleme lieber intern gehalten wurden als offen auf den Tisch kamen. Das führte dazu, dass Engpässe erst sichtbar wurden, wenn sie bereits teuer geworden waren, nämlich als Lieferverzögerungen beim Kunden.

Operational Excellence als organisationale Entscheidung

Operational Excellence wird häufig als Methodenprojekt missverstanden. Lean, Six Sigma, Kaizen, PDCA: die Liste der Frameworks ist lang. Doch alle diese Ansätze scheitern, wenn sie als isolierte Projekte behandelt werden, während das Tagesgeschäft weiterläuft wie bisher.

Echte operative Exzellenz ist eine organisationale Entscheidung: Wie will dieses Unternehmen lernen? Wie sollen Probleme sichtbar werden? Wer trägt Verantwortung auf welcher Ebene? Diese Fragen lassen sich nicht durch ein Tool beantworten. Sie verlangen eine Antwort aus dem Führungsverhalten heraus.

Wie die Verbesserung in acht Monaten entstand

Der erste Schritt war nicht ein neues System, sondern eine ehrliche Bestandsaufnahme. Welche Übergaben zwischen welchen Bereichen erzeugen die meiste Wartezeit? Wo fehlt die Verantwortlichkeit? Wo werden Probleme zurückgehalten statt benannt?

Diese Fragen wurden nicht am Schreibtisch beantwortet. Sie wurden durch Gespräche mit den Menschen beantwortet, die in den betroffenen Abläufen arbeiten. Ein Beispiel: In der Auftragsabwicklung gab es eine Schnittstelle zwischen Vertrieb und Produktion, bei der Informationen regelmäßig zu spät ankamen. Nicht weil die Technik versagte, sondern weil kein Prozess definiert hatte, wer wann was an wen übergibt.

Sobald diese Reibungsstellen sichtbar waren, ließen sich Verantwortlichkeiten klären und Übergaben gestalten. Kein neues ERP-Modul. Keine großangelegte Transformation. Strukturierte Arbeit an den Nahtstellen.

Was die 34 % Verbesserung zeigen

34 % weniger Durchlaufzeit in acht Monaten ist ein Ergebnis, das sich messen lässt. Aber das eigentliche Ergebnis ist ein anderes: Das Unternehmen hat eine Fähigkeit aufgebaut, Probleme sichtbar zu machen und zu bearbeiten, bevor sie teuer werden. Das ist der Unterschied zwischen einem einmaligen Erfolg und einer dauerhaft besseren Organisation.

Wo Unternehmen bei dieser Arbeit regelmäßig stocken und warum Effizienzprogramme trotz guter Methodik oft keine bleibenden Ergebnisse erzeugen, beschreibe ich im Beitrag Operational Excellence: Warum Effizienzprogramme scheitern. Den Blick auf die Frage, was passiert, wenn ein KPI-Dashboard die Reibung bereits sichtbar macht, aber niemand handelt, bietet Operative Excellence: Mehr als ein KPI-Dashboard.

Was sich übertragen lässt

Dieser Fall ist kein Einzelfall. In vielen Mittelstandsunternehmen entsteht operative Ineffizienz nicht durch fehlende Tools, sondern durch strukturell verankerte Reibungsverluste, die im Tagesgeschäft unsichtbar bleiben. Was sich übertragen lässt:

  1. Erst die Reibung sehen, dann die Methode wählen. Wer ohne Diagnose optimiert, optimiert das Falsche.
  2. Übergaben sind Gefahrenstellen. Jede Schnittstelle zwischen Bereichen ist ein potenzieller Wartepunkt. Sie verdienen eine klare Verantwortlichkeit.
  3. Probleme müssen nach oben gelangen dürfen. Eine Kultur, in der Schwierigkeiten intern gehalten werden, ist keine Schutzmaßnahme, sondern eine Verzögerungsmaschine.

Mehr zur Grundmethodik unter Ursachen finden statt Symptome löschen und core+.

Drei Entscheidungsfragen

  • Weißt du, welche Übergabe zwischen welchen Bereichen heute die meiste Wartezeit erzeugt?
  • Haben die Menschen, die an den Nahtstellen eurer Abläufe arbeiten, eine klare Verantwortlichkeit für den nächsten Schritt?
  • Werden Probleme in deinem Unternehmen offen benannt oder intern gehalten, bis sie teuer werden?

Mehr zum Vorgehen unter Consulting und Transformation.

in short

  • 34 percent less lead time in eight months, without new software. The chemical company with 2,800 employees had the problem not in the technology but between the departments.
  • Invisible friction costs more than any ERP module. Unclear responsibilities and handovers that nobody actively manages are the most common source of operational inefficiency.
  • Operational excellence starts with seeing. If you cannot make the friction visible, you have no argument for change.

A midsize chemical company with 2,800 employees had struggled for years with lead times twice as long as the industry average. Management looked for software solutions, new ERP modules, digital dashboards. The real problem was not in the technology. It was between the departments.

What invisible friction actually means

Unclear responsibilities carry more lead time than any bottleneck on the production line. A handover nobody actively manages is a handover that waits. And waiting adds up. At this company there were interdepartmental handovers where neither side had taken responsibility for the next step. Everyone had done their part. Nobody had the whole picture.

A culture where problems were kept internal rather than surfaced openly made things worse. Bottlenecks only became visible once they had already become expensive, in the form of late deliveries to customers.

Operational excellence as an organisational decision

Operational excellence is often misunderstood as a methods project. Lean, Six Sigma, Kaizen, PDCA: the list of frameworks is long. But all of them fail when treated as isolated projects while the day-to-day business runs as before.

Real operational excellence is an organisational decision: how does this company want to learn? How should problems become visible? Who carries responsibility at which level? These questions cannot be answered by a tool. They require an answer from within leadership behaviour itself.

How the improvement came about in eight months

The first step was not a new system but an honest inventory. Which handovers between which areas were creating the most waiting time? Where was accountability missing? Where were problems being held back rather than named?

These questions were not answered at a desk. They were answered through conversations with the people working in the affected processes. One example: in order processing there was an interface between sales and production where information regularly arrived too late. Not because the technology failed, but because no process had defined who passes what to whom and when.

Once these friction points were visible, responsibilities could be clarified and handovers designed. No new ERP module. No large-scale transformation. Structured work at the seams.

What the 34 percent improvement shows

34 percent less lead time in eight months is a result you can measure. But the real result is different: the company built a capability to make problems visible and address them before they become costly. That is the difference between a one-time success and a permanently better organisation.

Where companies regularly stall in this work, and why efficiency programmes often produce no lasting results despite good methodology, is what I describe in operational excellence: why efficiency programmes fail. For what happens when a KPI dashboard already makes friction visible but nobody acts on it, see operative excellence: more than a KPI dashboard.

What transfers to other companies

This case is not unusual. In many midsize companies, operational inefficiency does not arise from missing tools but from structurally embedded friction that stays invisible in daily operations. What transfers:

  1. See the friction first, then choose the method. Optimising without a diagnosis means optimising the wrong thing.
  2. Handovers are danger zones. Every interface between departments is a potential waiting point. Each one deserves a clear owner.
  3. Problems must be allowed to surface. A culture where difficulties are kept internal is not a protective measure; it is a delay mechanism.

More on the underlying methodology under 5 whys: finding causes instead of patching symptoms and core+.

Three decision questions

  • Do you know which handover between which departments is creating the most waiting time today?
  • Do the people working at the seams of your processes have a clear responsibility for the next step?
  • Are problems in your company openly named, or kept internal until they become expensive?

More on the approach under consulting and transformation.

häufige fragenfrequently asked questions

Was sind strukturell verankerte Reibungsverluste konkret?What exactly are structurally embedded friction losses?

Übergaben zwischen Abteilungen, die niemand aktiv gestaltet; Zuständigkeiten, die ungeklärt sind; Informationen, die nicht dort ankommen, wo sie gebraucht werden. Diese Verluste gelten intern oft als normal, weil sie so lange da waren, dass niemand mehr fragt.Handovers between departments that nobody actively manages; responsibilities that are unclear; information that does not arrive where it is needed. These losses are often treated as normal inside the company because they have existed so long that nobody questions them.

Braucht man für Durchlaufzeitverbesserung immer externe Beratung?Does reducing lead time always require external consulting?

Nicht zwingend. Aber ein externer Blick findet strukturell verankerte Muster, die intern als unveränderbar gelten. Wer von innen schaut, sieht oft die Reibung nicht mehr, weil er sich daran gewöhnt hat.Not necessarily. But an external perspective surfaces structurally embedded patterns that are seen internally as unchangeable. Someone looking from inside often no longer sees the friction because they have adapted to it.

Wie misst man Durchlaufzeit richtig?How do you measure lead time correctly?

Von der Auftragserteilung bis zur Auslieferung, nicht nur die aktive Bearbeitungszeit. Der Unterschied zwischen beiden ist fast immer größer als erwartet, und genau dort steckt das Potenzial.From order placement to delivery, not just active processing time. The gap between the two is almost always larger than expected, and that is precisely where the potential is.

geschrieben vonwritten by · business transformation, ki und führung im mittelstand. methode: core+.business transformation, ai and leadership for mid-sized companies. method: core+.

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