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herrlichslidesjobs to be done

wer den job deiner kunden kennt, entscheidet besser

jobs to be done zwingt dich, nutzerabsichten zu verstehen, bevor du eine zeile baust.

32 folien

> 90 %

neue konsumprodukte scheitern. 30.000 werden pro jahr gestartet.

meine erfahrung: oft liegt es weniger an der umsetzung als daran, was gebaut wird.

teams bauen zu oft das falsche.

nicht weil sie schlecht bauen. weil sie zu früh bauen.

meine erfahrung: das problem liegt häufiger im verstehen als im bauen

  • produktentscheidungen beruhen zu oft auf annahmen, nicht auf echten nutzerzielen.
  • jobs to be done schließt diese lücke: du klärst zuerst, was jemand erreichen will, und baust erst dann.

kunden kaufen keine features.

sie heuern produkte an, um eine aufgabe zu erledigen.

ein werkzeug zählt nur für die aufgabe, die es erledigt.

Ein abgenutztes Werkzeug mit Holzgriff auf einer dunklen Werkbank im warmen Spotlicht.
when people find themselves needing to get a job done, they essentially hire products to do that job for them.
clayton m. christensen mit scott cook und taddy hall · marketing malpractice, harvard business review, 2005

was ist ein job genau?

menschen wollen fortschritt, nicht das produkt.

Eine warme Lichtscheibe leuchtet aus einer runden Öffnung in einer hellen Wand, davor dunkler Boden.

jtbd beginnt beim ziel, nicht beim feature

klassische anforderungsanalyse

  • fragt: was soll das produkt können?
  • beginnt beim feature
  • der nutzerkontext bleibt oft vage

jobs to be done

  • fragt: was will die person in dieser situation erreichen?
  • beginnt beim ziel
  • features folgen dem job

der unterschied liegt im startpunkt der frage.

jeder job zeigt sich in situation, ziel und hindernis

erst den job verstehen, dann lösungen bewerten. nicht umgekehrt.

  • situation

    in welchem moment entsteht der bedarf? was löst die suche nach einer lösung aus?

  • ziel

    welchen fortschritt will die person erreichen? was soll danach besser sein?

  • hindernis

    was steht zwischen dem heutigen zustand und dem angestrebten ergebnis?

der milchshake war kein getränk.

der job: eine lange, eintönige fahrt überstehen.

Ein einzelnes Auto auf leerer Landstraße im Morgengrauen, goldene Lichtspuren in der Langzeitbelichtung.

der milchshake am morgen erledigte einen pendler-job

Ausgangslage

eine fast-food-kette verstand erst durch jtbd, warum milchshakes morgens verkauft wurden.

Intervention

der echte job: pendler wollten einen sättigenden, einhändig benutzbaren zeitvertreib für die fahrt. nicht einen shake.

Ergebnis

18h
datenerhebung im restaurant brachten den job ans licht.
der kontext zeigte sich vor ort, im echten kaufmoment.

wie findet man den job des kunden?

fünf schritte führen vom moment zum priorisierten job

offene gespräche ersetzen den standardisierten fragebogen.

  1. anwendungssituationen identifizieren und eingrenzen

  2. 8 bis 12 offene interviews ohne fragenkatalog führen

    mit menschen, die kürzlich für oder gegen das angebot entschieden haben.

  3. interviews verschriftlichen und strukturieren

  4. jobs lösungsneutral aus nutzerperspektive formulieren

  5. jobs priorisieren und als basis für scope-entscheidungen nutzen

jtbd braucht wenige gespräche und überschaubaren aufwand

mein vorschlag: drei offene gespräche als probelauf. chainrelations nennt für jtbd 8 bis 12 interviews.

8 bis 12
offene interviews ohne fragenkatalog
personen, die kürzlich für oder gegen das angebot entschieden haben
60 bis 120min.
methodenaufwand, rund
geeignet für einzelarbeit und kleine gruppen
4 bis 8
personen in kleinen bis mittleren gruppen
kleine bis mittlere gruppen, keine massenerhebung

whiteboard, satzschablone und ki-voranalyse reichen für den start

  • whiteboard

    digital oder physisch, um trigger, situationen und rahmenbedingungen sichtbar zu machen.

  • satzschablonen

    als [person] will ich [fortschritt], damit [ergebnis]. vorgefertigte job-sätze halten lösungsneutral.

  • ki-voranalyse

    ki strukturiert interviews und beobachtungsprotokolle vor. das team priorisiert auf dieser basis.

vier kräfte treiben jede kaufentscheidung an.

wechsel entsteht, wenn druck und anziehung überwiegen

erst wenn druck und anziehung stärker sind als angst und gewohnheit, wechseln menschen.

  • 01

    druck (push)

    frustrationen mit der aktuellen lösung zwingen zur suche nach einer alternative.

  • 02

    anziehung (pull)

    das versprechen, dass die neue lösung den job besser erledigt.

  • 03

    angst

    die sorge, dass die neue lösung enttäuscht oder mehr aufwand macht als erwartet.

  • 04

    gewohnheit

    die bequemlichkeit des bekannten hält viele beim status quo, selbst wenn sie unzufrieden sind.

jtbd macht anforderungen messbar und priorisierbar.

jtbd liefert präzise jobs, klare prioritäten und ein gemeinsames bild

wenn das team denselben job vor augen hat, fallen priorisierungsentscheidungen schneller.

  • präzise jobs

    klar formulierte nutzerziele inklusive anwendungssituation, auslösendem ereignis und zielzustand.

  • priorisierte anforderungen

    jobs sortiert nach relevanz, als grundlage für scope-entscheidungen und roadmap.

  • gemeinsames teambild

    alle im team verstehen dieselben nutzerziele. kleinteilige lösungsdebatten verlieren ihre grundlage.

strategyn gibt für odi 86 % erfolg an, gegenüber 17 % im branchenschnitt

methodik und prüfinstanz veröffentlicht strategyn nicht.

strategyn gibt für odi 86 % erfolg an, gegenüber 17 % im branchenschnitt
KategorieWert
odi (strategyn)86
branchendurchschnitt17
  • odi (strategyn)86
  • branchendurchschnitt17

wo wirkt jtbd am stärksten?

jtbd hat den größten hebel, solange anforderungen offen sind

hier wirkt jtbd stark

  • unklare anforderungen
  • frühe projektphasen
  • weiterentwicklung bestehender angebote
  • scope-entscheidungen mit hohem investitionsrisiko

hier bestätigt jtbd vor allem, was das team ahnt

  • bereits priorisierte anforderungen
  • jobs, die schon klar und situativ verankert sind

setz jtbd dort ein, wo die anforderungen noch offen sind.

jtbd trägt von der anforderung bis zur unternehmensstrategie

die methode wirkt über das einzelne projekt hinaus.

  • anforderungsanalyse und weiterentwicklung bestehender angebote
  • marktsegmentierung nach nutzungssituationen statt nach demografie
  • wettbewerbsanalyse: welche anderen lösungen erledigen denselben job?
  • produktmarketing mit konkreten job-botschaften
  • innovationsstrategie und umsatzpotenziale aus unerfüllten jobs

drei methoden, drei startpunkte, drei typische stärken

meine einordnung: die methoden ergänzen sich, jtbd schärft die gesuchte absicht.

drei methoden, drei startpunkte, drei typische stärken
jtbdklassische analysedesign thinking
startpunktabsicht der persongeplante featuresempathie für die person
kernfragewas will jemand erreichen?was soll es können?wie erlebt jemand das problem?
ergebnispriorisierte jobsanforderungslistepersonas und ideen
stärkeunklare anforderungendefinierte systemeoffene innovationssuche

drei fallen machen jtbd wirkungslos.

drei fallen machen jtbd wirkungslos im projekt

dagegen hilft: lösungsneutral formulieren, lösungsdebatten stoppen, management vorab verpflichten.

  • lösungsfixierung

    jobs werden an bestehenden features gespiegelt. ergebnis: anforderungen statt fortschritte.

  • kein management-buy-in

    wenn anforderungen nicht durch neue erkenntnisse verändert werden dürfen, ist jtbd wirkungslos.

  • widersprüchliche perspektiven

    unterschiedliche blickwinkel im team auf dieselbe situation erzeugen konkurrierende jobs und mehr abstimmung.

so entstand jtbd in 13 jahren.

in 13 jahren wurde aus christensens idee eine methode

von christensens erster formulierung bis zum praxisreifen werkzeug.

in 13 jahren wurde aus christensens idee eine methode

  1. 2003 · erledigt

    christensen: kunden heuern produkte an, um eine aufgabe zu erledigen.

  2. 2005 · erledigt

    ulwick macht jobs mit outcome-driven innovation messbar.

  3. 2014 · erledigt

    moesta: erstes praxishandbuch für teams und praktiker.

  4. 2016 · erledigt

    competing against luck: fortschritt rückt ins zentrum.

jede zahl im deck stammt aus diesen quellen

  1. clayton m. christensen, michael e. raynor: the innovator's solution, harvard business school press, 2003
  2. clayton m. christensen, scott cook, taddy hall: marketing malpractice: the cause and the cure, harvard business review, dezember 2005, https://hbr.org/2005/12/marketing-malpractice-the-cause-and-the-cure
  3. anthony w. ulwick: what customers want, mcgraw-hill, 2005
  4. moesta, speak, fowlkes: jobs to be done handbook, 2014
  5. christensen, hall, dillon, duncan: competing against luck, 2016
  6. strategyn, beratungsfirma von anthony w. ulwick: jobs to be done (jtbd): the original framework. anbieterangabe ohne veröffentlichte methodik, abgerufen am 11.09.2026
  7. chainrelations: jobs-to-be-done methode: so verstehen sie kundenbedürfnisse, abgerufen am 11.09.2026
  8. projektmagazin.de: jobs to be done (jtbd), methodenbeschreibung, abgerufen am 11.09.2026
  9. konversionskraft: jobs to be done: warum kunden dein produkt kaufen, abgerufen am 11.09.2026
  10. gründerplattform: jobs to be done, finde heraus, was kunden wirklich wollen, https://gruenderplattform.de/geschaeftsmodell/jobs-to-be-done

dein erster job beginnt mit einer einzigen situation

wähle eine konkrete nutzungssituation aus deinem aktuellen projekt. führe drei offene interviews ohne fragenkatalog als probelauf; für ein belastbares projekt planst du danach acht bis zwölf. formuliere einen job, der kein feature nennt.

  • eine situation wählen
  • drei probelauf-interviews führen
  • einen job ohne feature formulieren
gespräch vereinbaren
steffen herrconsulting & coaching[email protected]herrlichconsultegyzer.de

Folie 1 von 34: wer den job deiner kunden kennt, entscheidet besser